ADB:Diethelm

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Artikel „Diethelm, Bischof von Konstanz“ von Eduard Winkelmann in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 5 (1877), S. 163–164, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Diethelm&oldid=- (Version vom 15. Oktober 2019, 19:19 Uhr UTC)
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Diethelm, Bischof von Konstanz, † am 10. oder 12. April 1206. D., aus dem schwäbischen Ministerialengeschlechte von Krenkingen, war wenigstens seit dem Februar 1173 Abt von Reichenau gewesen, als er im J. 1190 zum Bischofe erwählt wurde. Als solcher wäre von ihm Sonderliches nicht zu erwähnen; wie andere Bischöfe hat auch er sich bemüht, seinem Geschlechte Vortheile zuzuwenden, so z. B. den Krenkingern die Vogtei von Rheinau verschafft und wol auch einigen Antheil dabei gehabt, daß seinem Neffen Eberhard von Waldburg erst das Bisthum Brixen, später sogar das Erzbisthum Salzburg zufiel. Eberhard [164] ernannte wenigstens sogleich nach seiner Erhebung zum Erzbischofe Diethelms Bruder, Walther, bisher Abt von Dissentis, zum Bischofe von Gurk. Ausgezeichnet ist aber D. durch die treue Anhänglichkeit, die er den Staufern und besonders Philipp von Schwaben widmete, der ihm im J. 1197 während eines Zuges nach Italien die Verwaltung des Herzogthums Schwaben anvertraute. Es spricht für Diethelms politischen Blick, daß auf seinen Rath im nächsten Jahre Philipp die unfruchtbare Agitation für seinen Neffen, den jungen Friedrich II., aufgab und sich selbst als Bewerber um die deutsche Krone hinstellte, zu welcher dann unter Diethelms Mitwirkung die Mehrzahl der deutschen Fürsten ihn wirklich berief. D. war ferner einer der Bürgen des Vertrags mit Frankreich, welcher das Gegengewicht gegen die Unterstützung des Welfen Otto IV. durch England abgeben sollte. Mag D., gleich anderen bischöflichen Anhängern Philipps, später auch dem Papste gegenüber sich zu allerlei Verpflichtungen genöthigt gesehen haben, um von dem Banne befreit zu werden, in den er als Philipps Freund gerathen war, so ließ er doch auch fernerhin es nicht an sich fehlen und stand dem Könige im Felde und auf Reichstagen mit That und Rath zur Seite. Gewiß hochbejahrt, machte er 1204 den Feldzug in Thüringen mit, welcher den Sieg Philipps entschied, und war im Januar 1205 mit in Aachen, als Philipp dort diesen Sieg nachträglich durch eine neue allgemeinere Wahl und durch seine Krönung legitimirte. Jetzt konnte Philipp des Berathers entbehren, der sich zuletzt wieder in ein Kloster, nach Salem oder Reichenau, zurückzog und im April 1206 gestorben ist. Ein Mönch Gallus hat zu seinem Andenken ein ziemlich inhaltloses Gedicht verfaßt.