ADB:Dittenberger, Theophor Wilhelm

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Artikel „Dittenberger, Theophor Wilhelm“ von Heinrich Holtzmann in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 5 (1877), S. 261–262, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Dittenberger,_Theophor_Wilhelm&oldid=- (Version vom 24. Mai 2019, 16:12 Uhr UTC)
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Dittenberger: Theophor Wilhelm D., ein namhafter protestantischer Theologe, geb. zu Theningen im Breisgau am 30. April 1807, † am 1. Mai 1871, Sohn eines 1843 als Pfarrer zu Heidelberg verstorbenen Geistlichen, widmete sich hier und in Halle dem Studium der Theologie, trat 1831 in den geistlichen Stand und habilitirte sich 1832 an der theologischen Facultät zu Heidelberg. Die Frucht einer Reise, auf welcher er fast alle Universitäten Deutschlands und Dänemarks besuchte, war die Schrift über „Predigerseminarien“ (1835), welche der Errichtung eines solchen in Heidelberg unter Rothe’s Leitung voranging. Ihm trug die Schrift Ernennung zum außerordentlichen Professor, Universitätsprediger und Stadtpfarrer an der Heilig-Geist-Kirche ein. Die Richtung, in welcher der mannigfach begabte Mann wirkte, ist theils dadurch bezeichnet, daß er seines Schwiegervaters Daub Werke, im Verein mit Marheineke, herausgab (1838–43), theils durch die in Gemeinschaft mit K. Zittel und anderen Führern des badischen Liberalismus unternommene „Zeitschrift für deutsch-protestantische Kirchenverfassung“. Seine Hauptstärke lag jedoch in der praktischen Theologie und kirchlichen Thätigkeit, wie er sich denn auch auf der badischen Generalsynode von 1843 und in der Leitung des Gustav-Adolfs-Vereins als umsichtiger und gewandter Geist bewährte. Wiewol mittlerweile zum Doctor und ordentlichen Professor der Theologie befördert, verließ D. in den Jahren der Reaction den badischen Kirchen- und Staatsdienst, um seit 1852 als Kirchenrath, Oberhofprediger, Oberpfarrer und Schulephorus in Weimar, an der Stätte, da einst Herder gestanden hatte, zu wirken. Diese letzten 20 Jahre seines Lebens sind eng mit der Geschichte des großherzoglichen Hauses Sachsen und der Stadt Weimar verflochten. Seit 1861, da ihm ein Schlaganfall das Augenlicht [262] trübte, wesentlich in seiner Wirksamkeit gehemmt und bald auch von mancherlei schweren Schlägen, die sein häusliches Glück betrafen, gebrochen, starb er, noch ehe die erbetene Zuruhesetzung vollzogen worden war.

Vgl. Reinhard Schellenberg in Weech’s Badischen Biographien I. S. 189 f.