ADB:Dohna-Schlobitten, Friedrich Graf von

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Dohna, Friedrich Graf zu“ von Richard von Meerheimb in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 5 (1877), S. 303, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Dohna-Schlobitten,_Friedrich_Graf_von&oldid=- (Version vom 15. September 2019, 18:49 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Band 5 (1877), S. 303 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Friedrich zu Dohna-Schlobitten in der Wikipedia
GND-Nummer 116171022
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|5|303|303|Dohna, Friedrich Graf zu|Richard von Meerheimb|ADB:Dohna-Schlobitten, Friedrich Graf von}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=116171022}}    

Dohna: Karl Friedrich Emil Graf zu D., aus der Linie Dohna-Schlobitten, wurde am 4. März 1784 in Ostpreußen geboren. Er war ein Sohn des Obermarschalls Grafen D., ein Bruder des Staatsministers und späteren Civilgouverneurs der Provinz Preußen, der 1808 Stein’s Nachfolger geworden. Friedrich trat 1798 in einem preußischen Cavallerieregiment ein, nahm an den Feldzügen 1806–7 mit Auszeichnung Theil und gehörte in der Zeit der Franzosenherrschaft zu den Männern, die mit der Befreiung des Vaterlandes eine sittliche Eneuerung des ganzen Volkes erstrebten. Schleiermacher war Jahre lang im Hause seines Vaters Hauslehrer gewesen und rühmt in seinen Briefen die innige Religiosität, wie das rege geistige Leben der Familie, so daß D. schon in früher Jugend die ihn bestimmenden Eindrücke empfing. – 1810 vermählte er sich mit Scharnhorst’s geliebtester Tochter Juliane († 1827) und hatte aus dieser Ehe 5 Kinder. – Als Preußen Napoleon ein Hülfscorps zum Kriege gegen Rußland stellte, nahm D. den Abschied und trat in russische Dienste, focht mit bei Borodino und nahm am Ende des J. 1812 an dem Abschluß der Convention von Tauroggen zwischen York und Diebitsch Antheil. 1813 und 1814 führte er das zweite Husarenregiment der russisch-deutschen Legion und wurde 1815, nachdem er in preußische Dienste zurückgetreten, Commandeur des, aus beiden Husarenregimentern der Armee gebildeten, achten Ulanenregiments. Schnell avancirend, wurde D. 1837 als Divisionscommandeur Generallieutenant, 1839 commandirender General des zweiten Armeecorps, das er 1842 mit dem ersten, ost- und westpreußischen, vertauschte. 1848 wurde er bei seinem 50jährigen Dienstjubiläum zum General der Cavallerie und 1854, bei seinem Ausscheiden aus dem activen Dienste, zum Generalfeldmarschall und Oberstkämmerer ernannt. Er starb 1859 in Berlin, seinem Wohnsitze seitdem er den Abschied genommen. D. war eine edle, echt vornehme Natur, auch äußerlich eine imponirende Persönlichkeit; durch den Ton und die Lebensweise seines väterlichen Hauses, durch die nahen Beziehungen zu Scharnhorst, dem Mittelpunkt eines Kreises hochbegabter, patriotischer Männer, denen sich D. strebend angeschlossen, war ihm noch in späteren Jahren ein Anhauch aus der großen Zeit der Freiheitskriege geblieben.[1]

[Zusätze und Berichtigungen]

  1. S. 302. Z. 20 v. o., S. 303. Z. 17 v. u. und S. 310. Z. 4 v. o. hinzuzufügen: Mittheilungen v. d. Leben des Feldmarschalls Grafen Friedrich zu Dohna. Als Manuscript gedruckt Berlin 1873. Lehmann, Knesebeck u. Schön S. 50, 242 ff. [Bd. 33, S. 795]