ADB:Draskowics, Johann Graf von

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Draskowics, Johann Graf von“ von Wilhelm Edler von Janko in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 5 (1877), S. 382, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Draskowics,_Johann_Graf_von&oldid=- (Version vom 21. September 2019, 22:31 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Dräseke, Bernhard
Band 5 (1877), S. 382 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Ivan II. Drašković von Trakošćan in der Wikipedia
GND-Nummer 131616757
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|5|382|382|Draskowics, Johann Graf von|Wilhelm Edler von Janko|ADB:Draskowics, Johann Graf von}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=131616757}}    

Draskowics: Johann Graf v. D., Freiherr von Tralostyan, kaiserl. wirkl. geh. Rath und Hofkriegsrath, Ban von Croatien, Slavonien und Dalmatien und commandirender General von Ungarn. Das Geschlecht der Grafen v. D. von Drachenstein gehört zu den ältesten Oesterreichs und eines der hervorragendsten von den zahlreichen Mitgliedern desselben ist unser Johann, dessen Geburtsjahr leider unbekannt geblieben ist. Frühzeitig schon widmete er sich den Kriegsdiensten gegen die Türken und zeichnete sich 1589 gegen Skanderbeg bei Possega besonders aus. Als im J. 1591 Hassan Pascha, Statthalter von Bosnien, mit einem zahlreichen Heere in Croatien einfiel, schlug D. diese Schaaren bei Kopreiniza und half mit Auersperg u. A. das belagerte Sissek entsetzen. 1596 wurde er Banus von Croatien und Slavonien, auf welch wichtigem Posten er die Eroberung von Clissa beförderte und die Türken bei Petrinia schlug. 1600 nahm D. Antheil an der Schlacht und Befreiung von Kanisa, am nützlichsten wurde er jedoch durch seine treue Standhaftigkeit wider den aufrührerischen Bocskay 1604, durch welche er nicht nur die Wankenden aufrecht erhielt, sondern auch die versammelten Reichsstände zum energischen Widerstande innerhalb der Landesgrenzen wie zum Angriffskampf zu bewegen wußte. Alle Versuche Bocskay’s, den verdienstvollen D. zum Abfall zu bewegen, scheiterten. Dieser eilte vielmehr die Croaten mit den treu gebliebenen Ungarn zu vereinigen und Bocskay nicht nur mehrere Stützpunkte abzunehmen, sondern ihn auch bis nach Szigeth zurückzudrängen. Nach Beendigung des Bürgerkrieges 1606 legte D. seine Banatwürde freiwillig nieder, um sein Leben in Ruhe zu beschließen. Allein der Kaiser wollte einen so vielfach ausgezeichneten Mann nicht entbehren und ernannte ihn zum Kronschatzmeister, Hofkriegsrath, geheimen Rath und commandirenden General in Ungarn. Seiner neuen Thätigkeit entrückte der Tod im J. 1613 den wackeren Mann. Obwol stets dem bewegten Kriegsleben hingegeben, fand D. doch noch die Muße, um die Uebersetzung des zweiten Theiles von Guevara’s „Fürsten-Uhr“ aus dem Spanischen ins Ungarische zu bewirken.

Hirtenfeld, Oesterr. Militär-Lexikon, II. Bd. S. 107.