ADB:Eiselen, Ernst

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Artikel „Eiselen, Ernst“ von Eduard Ferdinand Angerstein in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 5 (1877), S. 763, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Eiselen,_Ernst&oldid=- (Version vom 21. September 2019, 08:05 Uhr UTC)
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Eiselen: Ernst Wilhelm Bernhard E., geb. 27. Septbr. 1793 zu Berlin, besuchte daselbst das Gymnasium zum Grauen Kloster, welches er als Primaner verließ, um sich dem Bergfach zu widmen. Als Jahn seine ersten Versuche zur Einführung des Turnens unternahm, fand sich auch E. unter seinen Schülern ein und ward bald einer der tüchtigsten und sachkundigsten Turner. Als nach dem Aufruf des Königs 1813 alle waffenfähigen Turner ins Feld zogen, ging auch E. nach Breslau, um in die Reihen der Freiwilligen zu treten, wurde aber, da sein Körper – durch fehlerhafte Behandlung einer Krankheit geschwächt – den Anstrengungen des Krieges nicht gewachsen schien, von Jahn vermocht, nach Berlin zurückzukehren und während des Krieges die Leitung des Turnplatzes zu übernehmen. Nach Jahn’s Rückkehr aus dem Kampfe war E. dessen Gehülfe und Mitlehrer auf dem Turnplatze und gab auch mit Jahn gemeinschaftlich 1816 die „Deutsche Turnkunst“ heraus. E. war klein und schwächlich von Körper, aber gewandt durch ausdauernde Uebung; für die Entwicklung des turnerischen Uebungsstoffes hat er in sehr verdienstvoller Weise gearbeitet.

Als 1819 die Turnplätze geschlossen wurden, begann E., sich in der Erdkunde, Mathematik und Geschichte zum Lehrer auszubilden. Als solcher war er bald darauf in der Plamann’schen Anstalt thätig, deren Turnlehrer er schon seit 1814 gewesen. Seinen Bemühungen gelang es, 1825 in Berlin wieder eine Turnanstalt anzulegen. Diese (Privat-)Anstalt hat bis in die neueste Zeit bestanden, Tausende von Schülern unterrichtet und für die Turnsache viele tüchtige Lehrer ausgebildet. 1846 wurde E. zum Leiter des großen öffentlichen Turnplatzes zu Moabit bei Berlin berufen. Bald darauf mußte er jedoch zur Stärkung seiner Gesundheit nach Misdroy ins Seebad gehen, wo er am 22. August 1846 starb. Von Schriften Eiselen’s sind zu nennen: „Das deutsche Hiebfechten der Berliner Turnschule“, 1818; „Abriß des deutschen Stoßfechtens“, 1826; „Der Wunderkreis“, 1829; „Die Hantelübungen“, 1833; „Turntafeln“, 1837; „Merkbüchlein für Anfänger im Turnen“, 1838; „Ueber Anlegung von Turnplätzen“, 1844; „Abbildungen von Turnübungen“, gezeichnet von Robolsky[WS 1] und Töppe[WS 2], 1845.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Hermann Robolsky († 1849), Lehrer in Neuhaldensleben, oder sein Sohn Hermann Robolsky (1822–1901), Journalist in Stettin und Berlin.
  2. Adolph Töppe († um 1845), Zeichner.