ADB:Eller, Johann Theodor

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Eller, Johann Theodor“ von Hermann Fröhlich., Alphons Oppenheim in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 6 (1877), S. 52–53, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Eller,_Johann_Theodor&oldid=- (Version vom 19. Mai 2019, 17:01 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Eller, Elias
Nächster>>>
Ellerbach, von
Band 6 (1877), S. 52–53 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Johann Theodor Eller in der Wikipedia
GND-Nummer 100121934
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|6|52|53|Eller, Johann Theodor|Hermann Fröhlich., Alphons Oppenheim|ADB:Eller, Johann Theodor}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=100121934}}    

Eller: Johann Theodor E., Militärarzt unter Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II. und Chemiker, geb. 1689 zu Plötzkau im Herzogthum Anhalt, reich und vortrefflich erzogen, studirte zu Quedlinburg und Jena Jurisprudenz, in Halle, Leyden, Amsterdam und Paris Medicin und Naturwissenschaften, von Lemery und Homberg daselbst der Chemie zugezogen. Auch in London knüpfte er viele Beziehungen an. Nach seiner Rückkehr 1721 ward er zum anhalt-bernburgischen Leibarzt ernannt; jedoch schon 2 Jahre später nach Preußen berufen. Mit Georg Ernst Stahl war er Urheber des preuß. 1725 erlassenen Medicinaledicts, welches insofern die Grundlage aller heutigen Medicinaleinrichtungen in Preußen bildet, als dasselbe u. a. für die Erlaubniß zur ärztlichen Praxis eine Staatsprüfung für Aerzte und Wundärzte einführte und die Absolvirung eines anatomischen oder anatomisch-chirurgischen Cursus, nebst anderen Leistungen, verlangte. E. wurde Feldmedicus und Professor am 1724 gegründeten Collegium medico-chirurgicum; außerdem theilte er sich mit dem Professor chirurgiae und Regimentsfeldscheer Gabriel Senff in die Direction des 1727 eröffneten Charité-Krankenhauses in Berlin. Im J. 1730 schrieb er „Nützliche und auserlesene medicinische und chirurgische Anmerkungen so wohl von innerlichen als auch äußerlichen Krankheiten, und bey selbigen zum Theil verrichteten Operationen, Welche [53] bishero in dem von Sr. Königl. Majestät in Preußen gestifteten großen Lazareth der Charité zu Berlin, vorgefallen; Nebst einer vorangegebnen kurtzen Beschreibung der Stiftung, Anwachs und jetzigen Beschaffenheit dieses Hauses“, Berlin. Der Chemie nützte er mehr durch seinen amtlichen Einfluß als durch seine Arbeiten. Er glaubte an die Erzeugung der Metalle; meinte die Umwandlung von Luft in Wasser und Erde bewiesen zu haben und suchte die Wirkungen der Arzneien zu erkennen, indem er ihre Lösungen mit Blut mischte. Aber daneben erkannte er das später nach Leidenfrost benannte Phänomen und beobachtete, daß mit einem Salze gesättigte Lösungen von einem anderen Salze noch aufzulösen vermögen. Seine französisch geschriebenen akademischen, meistens chemischen Abhandlungen wurden 1764 von C. A. Gerhard gesammelt und deutsch herausgegeben. Außerdem existirt von ihm ein „Catalogus rerum mineralium et metallicarum“, Bernburg 1723. E. starb 31. Sept.[1] 1760 zu Berlin als erster Leibarzt, geh. Rath, Director des Collegium medico-chirurgicum und Director der physikalischen Classe bei der Berliner Akademie der Wissenschaften.

Vergl. Die Kriegschirurgie der letzten 150 Jahre in Preußen. Rede etc. von Dr. E. Gurlt etc. Berlin 1875; sowie besonders Meusel’s Lexikon, die Memoiren der Berliner Akademie von 1761 und Kopp’s Geschichte der Chemie.
Hermann Fröhlich. A. Oppenheim.

[Zusätze und Berichtigungen]

  1. Eller, Joh. Theod. VI 53 Z. 13 v. o. l.: 13. Sept. (statt 31. Sept.). [Bd. 56, S. 396]