ADB:Escher, Hans Konrad von (Bürgermeister von Zürich)

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Artikel „Escher, Hans Konrad von“ von Georg von Wyß in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 6 (1877), S. 350, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Escher,_Hans_Konrad_von_(B%C3%BCrgermeister_von_Z%C3%BCrich)&oldid=- (Version vom 12. Juli 2020, 17:22 Uhr UTC)
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Escher: Hans Konrad v. E., Bürgermeister in Zürich, geb. am 8. Oct. 1743, † am 12. Decbr. 1814, stammte aus dem adelichen Zweige der Familie E. (den von ihrem Wappen her zubenannten: Escher vom Luchs) in Zürich, betrat nach vollendeter Bildung die Bahn öffentlicher Aemter in seiner Vaterstadt und stieg darin bis 1797 in üblicher Stufenfolge bis zu einer der obersten Würden des Freistaates, der Stelle eines Standessekelmeisters, schon 1796 als schweizerischer Repräsentant in Basel in Unterhandlungen mit den Heerführern der Coalition am Rheine und 1797 in den revolutionären Wirren im Gebiete der Abtei St. Gallen als Zürichs vermittelnder Gesandter mit Erfolg thätig. Nach der Umwälzung der Schweiz durch die französische Invasion 1798 wirkte er als Präsident der Municipalität Zürich und 1799 als Mitglied und Präsident der sogenannten Interimsregierung, die nach dem Einrücken Erzherzog Karls in die Schweiz in Zürich gebildet, aber nach dem Abzuge des österreichischen Heeres und der Niederlage des russischen unter Korsakow gegenüber Masséna und der Wiederbesetzung Zürichs durch die Franzosen wieder aufgelöst wurde. Bis 1802 blieb nun E. im Privatstand. Dann wieder Präsident der Gemeindekammer und 1803 Mitglied der unter der Bonaparte’schen Mediationsverfassung errichteten cantonalen Regierung, nahm E. bald auch an den eidgenössischen Angelegenheiten wesentlichen Antheil. Auf den Tagsatzungen von 1807 und 1813 zürcherischer Legationsrath zur Seite des Landammannes Reinhard, ging er Ende 1813 mit Alois Reding als schweizerischer Gesandter ins Hauptquartier der Alliirten in Frankfurt a. M. und nach Freiburg im Br., wurde 1814 wieder Reinhard auf die Tagsatzung beigeordnet und nach Einführung der neuen cantonalen Verfassung, bei deren Entwerfung er die Arbeiten der damit beauftragten Commission geleitet hatte, im Juni 1814 Reinhard’s College im Bürgermeisteramt. Als die seit 1813 versammelt gebliebene und mit der mühsamen Reconstituirung der Schweiz beschäftigte Tagsatzung Reinhard als schweizerischen Bevollmächtigten nach Wien abordnete (12. Sept. 1814), wo eine besondere Commission des Congresses für die schweizerischen Angelegenheiten bestellt worden war, ging das Präsidium der Tagsatzung auf E. über. Er erwarb sich in dieser Stellung das einstimmige hochachtungsvolle Vertrauen der Versammlung in seltenem Grade wurde aber schon im dritten Monat seiner Aufgabe und seinem Vaterlande entrissen. Am Morgen des 12. Decbr. 1814, als er eben im Begriffe stand, sich in die Sitzung der Tagsatzung zu begeben, traf ihn ein Schlaganfall und machte seinem Leben ein rasches Ende. Mit ungewöhnlicher Trauer und Feierlichkeit ward er am 15. Decbr. bestattet. Abgesehen von seinen Leistungen als Staatsmann, war E. auch als Gönner und Freund musikalischer Bestrebungen um Zürich sehr verdient.

Monatliche Nachrichten, Zürich 1814. Ein Wort zum Gedächtniß des sel. Herrn Brgrmstr. Konrad v. Escher, Zürich 1815.