ADB:Faber, Kaspar

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Artikel „Faber, Kaspar“ von Rochus von Liliencron in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 6 (1877), S. 497, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Faber,_Kaspar&oldid=2031816 (Version vom 23. April 2014, 06:42 Uhr UTC)
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Faber: Kaspar F., Gründer der nachmals berühmten Bleistiftfabrication zu Stein bei Nürnberg, die er selbst, nachdem er sich 1760 dort niedergelassen, 1761 freilich nur in kleinem Maßstabe begann. Bei seinem Tode[1] ging das Geschäft auf seinen Sohn Anton Wilhelm F. über, nach dem sich die Firma noch heute benennt; dieser vererbte dasselbe 1810 auf seinen Sohn Georg Leonhard F. und dieser 1839 wieder auf seinen Sohn Lothar v. F., den jetzigen Inhaber. Die berühmten englischen Bleistifte früherer Zeit wurden aus Cumberland-Graphit gefertigt, den man zu Stäbchen zersägte. Die Erschöpfung der Lager aber und die Kostspieligkeit dieses Verfahrens führten zu einer neuen Methode, indem man pulverisirten Graphit zuerst ungemischt, dann durch beigemischten Thon zu einer teigartigen Masse verarbeitet preßte. Auf dem Continent ward dies Verfahren zuerst 1795 von Conté in Paris und 1800 durch Joseph Hardtmuth in Wien († 1816) eingeführt. Die Fabrik des letzteren ward 1847 nach Budweis verlegt. Die baierische Bleistiftfabrication, welche um das J. 1740 begann, den Thonzusatz aber erst 1816 einführte, hob sich zuerst durch Rehbach in Regensburg (seit 1836), erreichte aber in der Faber’schen Fabrik das bisher höchste in diesem ganzen Betrieb. Lothar v. F., der 1840 seinen zweitjüngsten Bruder Johann v. F. in das Geschäft aufnahm, welches rasch den europäischen Markt eroberte, begründete 1849 auch in New-York ein eigenes Haus unter der Leitung seines jüngsten Bruders Eberhard v. F. Ein Zweiggeschäft ward in Paris, ein Depot in London errichtet. Bis 1856 verarbeiteten die F. nur Graphit von Borrowdale in Cumberland; in diesem Jahr erwarben sie den ausschließlichen Ankauf des vorzüglichen Graphits eines reichen Lagers im Sajanischen Gebirge in Ostsibirien, welches ein russischer Negociant Alibert erschlossen hatte. Aus diesem Material wurden nach mehrjährigen Versuchen seit 1861, in welchem Jahre die Fabrik ihr 100jähriges Jubiläum feierte, die Crayons polygrades en graphite de Sibérie gefertigt, welche die englische Fabrication völlig aus dem Felde schlugen.[2]

Brockhaus, Conversationslex.; Karmarsch, Gesch. der Technol. S. 799 f.
v. L.

[Zusätze und Berichtigungen]

  1. Faber, Kasp. VI 497 Z. 9. v. o. l.: Bei seinem Tode (1784). [Bd. 56, S. 396]
  2. Z. 18 v. u. l.: Lothar Frhr. v. F. † am 26. Juli 1896 zu Stein bei Nürnberg. [Bd. 56, S. 396]