ADB:Fanti, Vinzenz

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Artikel „Fanti, Vincenzo“ von Heinrich Kábdebo in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 6 (1877), S. 567–568, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Fanti,_Vinzenz&oldid=- (Version vom 23. September 2019, 09:55 Uhr UTC)
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Fanti: Vincenzo F., Kunstgelehrter und Maler, Sohn des vorigen, geb. zu Wien im J. 1720, gest. daselbst im J. 1775. Ueber diesen mehr als Kunstgelehrten, denn als Maler bedeutenden Mann suchen wir in den Lexika etc. vergebens Nachricht und doch verdiente seine Thätigkeit eine eingehende Würdigung. [568] F. lernte an der Akademie zu Wien, sodann bei B. Altomonte, endlich ging er nach Bologna zu Rigari, mit welchem er Turin und Rom besuchte, die Classiker der Malerei zu studiren. Nach Wien zurückgekehrt widmete er sich der Decorationsmalerei, worin er hübsche Erfolge erzielte, namentlich brachte ihm ein im J. 1747 errichteter Triumphbogen vielfache Anerkennung und die Gunst der kaiserlichen Familie ein; er wurde zum Hofzeichenlehrer und nach Beendigung dieser seiner Thätigkeit zum kaiserl. Rath ernannt. Nach dem Tode seines Vaters (1759) erhielt er die Stelle eines fürstlich Liechtenstein’schen Galerieinspectors. Als solcher entwickelte er eine fruchtbringende, organisatorische Thätigkeit; vorerst ordnete er die Galerie und traf gleichzeitig die Vorbereitungen zur Herausgabe eines Kupferwerkes und eines räsonnirenden Kataloges. Die Vorarbeiten hierzu nahmen ihn vollkommen in Anspruch, so daß er zur Entfaltung einer anderen künstlerischen Thätigkeit nicht gelangen konnte. Der Katalog erschien 1767 unter dem Titel: „Descrizione completa di tutte croche ritrovasi nella Galleria di Pittura e di Scultura di S. A. Giuseppe Venceslao Principe di Liechtenstein“ und bildete durch seine sachgemäße, ungemein verständnißvolle Bearbeitung die Grundlage aller nachfolgenden Kataloge; im Jahre 1780 erschien eine zweite Auflage in französischer Sprache. F. hatte sich durch diese Leistung sofort eine allgemeine Achtung seines Wissens auf dem Gebiete der Kunst erworben; die kaiserl. Akademie der freien Künste und Wissenschaften zu Augsburg ernannte ihn am 1. November 1767 zu ihrem Mitgliede, auch die Wiener Akademie nahm ihn in die Reihen ihrer Mitglieder und Räthe auf, endlich ernannte ihn die toscanische Akademie am 8. Januar 1769 und die Clementinische Akademie zu Bologna am 13. Februar 1769 zu ihrem Ehrenmitgliede. Das Kupferwerk über die Galerie kam nie zur Ausgabe, es haben sich nur einzelne Blätter erhalten, die in ihren Unterschriften an das Vorhaben Fanti’s erinnern, wie jene Stiche von J. C. Schwab nach Teniers’ Gemälden in der Galerie. Ueber seine Bedeutung als Künstler vermögen wir uns keine Vorstellung zu machen, denn das einzige bekannte Werk seines Pinsels, das sich erhalten (eine „Himmelfahrt Mariä“ im Liechtenstein’schen Schloß Feldsberg) ist eine Copie nach Rubens.

Archiv der Akademien zu Wien, Bologna und Florenz.