ADB:Finke, Johann Heinrich

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Artikel „Finke, Johann Heinrich“ von William Löbe in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 7 (1878), S. 18–19, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Finke,_Johann_Heinrich&oldid=- (Version vom 23. April 2019, 18:26 Uhr UTC)
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Finke: Johann Heinrich F., königl. preußischer Oberamtmann und Rittergutsbesitzer, geb. 1730, † am 4. Januar 1807 zu Cösitz in Anhalt-Cöthen. Er war seit 1751 Pächter des Ritterguts Cösitz. Während einer langen Reihe von Jahren erwieß er sich als einen der scharfsinnigsten Denker und glücklichsten Schüler rationeller Empirie in der Landwirthschaft. Seine Verdienste um die Verbesserung der Schafhaltung und Züchtung waren nicht allein in Deutschland, sondern auch in England, Frankreich und anderen Ländern anerkannt. Er begann die Veredlung seiner Schafheerde durch schlesische Widder im Jahre 1754, konnte schon seit 1768 sächsisch-spanische Widder aus den kurfürstl. Schäfereien in Sachsen zur Verfeinerung seiner Heerde verwenden und erhielt später aus dem zweiten nach Sachsen gelangten Transporte spanischer Schafe noch einen kleinen Stamm von Originalthieren. Diesen und jene züchtete er mit so glücklichem Erfolge, daß seine aus 800 Thieren bestehende Heerde bald die Aufmerksamkeit von ganz Deutschland auf sich zog. Er versorgte eine Zeit lang mit seinen Zuchtböcken den größten Theil der nach Veredlung hinarbeitenden Schafzüchter in Preußen und Polen, und die veränderte Gestalt ihrer Schäfereien verdankten die genannten Districte hauptsächlich F., welcher durch Schriften und Thatsachen die rationellsten Grundsätze verbreitete und in Anerkennung seiner Verdienste um die Verbesserung der Schafzucht in den Kreisen der damaligen Züchter als der Altvater respectirt wurde (vgl. Neitzschütz, Entwicklungsgesch. d. Schafes). Zu seinen Verdiensten gehörte auch die 1797 auf dem von ihm gepachteten königl. preußischen Amte, dem Petersberge, errichtete Schäferschule. Auch in anderen Zweigen der Landwirthschaft zeichnete sich F. aus. Die damals auftretenden [19] neuen Lehren, Abschaffung der Brache und Einführung des Kleebaues, suchte er an dem Prüfstein der Erfahrung zu erproben und erhob gegen die rücksichtslose allgemeine Einführung des neuen Systems in die obersächsische Dreifelderwirthschaft große Zweifel, deren Triftigkeit damals genügend vor Augen lag und anerkannt wurden. Geschrieben hat F.: „Nachrichten über den Erfolg der eingeführten Stallfütterung der Schafe zu Gröbzig“, 1785; „Beantwortung der von Chevalier Sinclair aufgeworfenen Frage betreffend die verschiedenen Schafarten in Deutschland“, 1798; „Beschreibung der Pockenkrankheit der Schafe und der Erfindung einer angewandten Inoculation derselben zu Cösitz“, 1798; „Verschiedene Schriften und Beantwortungen betreffend die Schafzucht in Deutschland und Verbesserung der groben Wolle“, 1799; „Schreiben über ungekünstelte und sichere Verfeinerung aller groben Wolle“, 1790, neue Auflage 1794.

Thaer’s Annalen Bd. V.