ADB:Frimont, Johann Maria von

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Artikel „Frimont, Johann Maria, Graf von Palota“ von Wilhelm Edler von Janko in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 8 (1878), S. 90–91, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Frimont,_Johann_Maria_von&oldid=- (Version vom 20. Mai 2019, 03:15 Uhr UTC)
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Frimont: Johann Maria F. Graf von Palota, Fürst von Antrodocco, österreichischer General der Cavallerie. Geboren zu Finstingen in Deutschlothringen den 3. Februar 1759 trat F., nachdem er seine Erziehung und Ausbildung im Collegium Pont à Mousson erhalten hatte, 1776 als Gemeiner in das österreichische Husarenregiment Graf Wurmser ein. Die ersten [91] Proben jener kaltblütigen Tapferkeit, welche ihn später so sehr auszeichnete, legte er im baierischen Erbfolgekriege ab, avancirte zum Lieutenant, und wegen seiner im Kampfe gegen die Türken bewiesenen Kühnheit 1789 zum Rittmeister. An den verschiedenen Kämpfen der Feldzugsjahre 1792–1800 nahm F. ebenfalls in hervorragender Weise Theil. Sein Name wird in vielen Relationen lobend genannt, besonders rühmlich bei Mannheim. In diesem Zeitraume stieg er bis zum Obersten und Commandanten des neuerrichteten Jägerregimentes zu Pferd Bussy und erwarb sich 1796 bei Frankenthal das Theresienkreuz. Bis zum J. 1799 hatte F. in Deutschland gefochten, jetzt kam er nach Italien und zeigte sich auch hier als ebenso tapferer, wie entschlossener Soldat. Namentlich bewährte er sich in der Schlacht von Marengo, in welcher er einen glänzenden Reiterangriff ausführte. 1801 wurde F. Generalmajor, 1805 kämpfte er in Italien, seine persönliche Tapferkeit und sein ruhmvolles Beispiel in der Schlacht von Caldiero finden in des Erzherzogs Karl Relation über dieselbe die ehrenvollste Erwähnung. Im J. 1809 befand sich F., dem wegen seiner Auszeichnung im vorigen Feldzuge das 9. Husarenregiment verliehen, und der mittlerweile zum Feldmarschalllieutenant befördert worden war, wieder in Italien. Hier zeichnete er sich namentlich durch Umsicht und persönlichen Muth in der Schlacht bei Fontana Fredda aus, wofür ihm auch das Commandeurkreuz des Maria-Theresien-Ordens verliehen wurde. 1812 befehligte F. im Schwarzenbergischen Armeecorps eine Cavalleriedivision, mit der er sich neue Verdienste bei Podubine und Gnidowa sammelte. 1813 zum General der Cavallerie und Befehlshaber jenes Corps ernannt, das mit dem baierischen Corps Wrede vereint, das V. Armeecorps des großen verbündeten Heeres bildete, wußte er sich namentlich Ruhm am Siegestage von Brienne zu erringen. Nach dem ersten Pariser Frieden wurde er Gouverneur von Mainz, später – 1815 – Oberbefehlshaber aller in Oberitalien befindlichen österreichischen Streitkräfte. Er schlug zuerst Murat, drang in Südfrankreich ein, besiegte Suchet und nahm Grenoble mit Sturm, worauf Lyon capitulirte. F. wurde nun auch Commandant des in Frankreich verbliebenen österreichischen Observationscorps. 1819 erfolgte seine Ernennung zum commandirenden General in Venetien, und als die neapolitanischen Unruhen ausbrachen, jene zum Oberbefehlshaber der zur Unterdrückung derselben bestimmten Armee, 1821. Seiner Umsicht und Erfahrung gelang es, den Krieg binnen wenigen Monaten glücklich zu beenden. (Der König von Sicilien verlieh ihm hiefür den Fürstentitel und eine Dotation von 220000 Ducaten.) 1825 wurde F. Commandirender der beiden vereinigten Generalate von Lombardo-Venetien, 1831 unterdrückte er die in Modena ausgebrochene Rebellion und ward auch im selben Jahre Präsident des Hofkriegsrathes. Seine durch die Anstrengungen des Krieges erschütterte Gesundheit war aber schon zu sehr untergraben, als daß er dieser Stelle auf die Dauer hätte erhalten bleiben können; er starb bald nach seiner Ankunft in Wien den 26. December 1831.

Oesterr. Militär-Zeitschrift, Jahrg. 1833, III.–V. Bd.