ADB:Frisch, Karl Friedrich

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Artikel „Frisch, Karl Friedrich“ von Viktor Hantzsch in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 49 (1904), S. 150–151, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Frisch,_Karl_Friedrich&oldid=- (Version vom 24. Juli 2021, 11:01 Uhr UTC)
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Frisch: Karl Friedrich F., Lic. theol. und Dr. phil., Geograph und Uebersetzer, ist am 3. Februar 1808 zu Demmin in Vorpommern geboren. Er besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt und studirte dann in Greifswald Theologie. Nachdem er kurze Zeit eine Hauslehrerstelle bekleidet hatte, begab er sich 1833 nach Stockholm. Hier wurde er zunächst Lehrer, dann Subrector und endlich 1851 Conrector am deutschen National-Lyceum. Sein Leben verlief ohne bemerkenswerthe Zwischenfälle. Während der Schulferien unternahm er ausgedehnte Reisen durch die drei scandinavischen Königreiche. 1866 trat er in den Ruhestand und widmete sich nun ganz seinen wissenschaftlichen Neigungen. Am 27. Mai 1874 starb er in Stockholm. Als Schriftsteller bemühte er sich mit Erfolg, die vorhandenen litterarischen Beziehungen zwischen Deutschland und Schweden zu pflegen und zu erweitern. Er suchte einestheils eine allgemeinere und gründlichere Kenntniß der scandinavischen Verhältnisse, anderntheils aber auch durch Uebersetzungen, Auszüge oder Besprechungen die Ergebnisse der wissenschaftlichen und belletristischen Litteratur Schwedens in Deutschland zu verbreiten. Besondere Verdienste erwarb er sich um die Geographie. Seine wichtigste geographische Arbeit ist eine Beschreibung von Dänemark, Schweden und Norwegen in der 7. Auflage des Handbuchs der Geographie und Statistik von Stein und Hörschelmann (Band 3, Leipzig 1862). In weiteren Kreisen machte er sich bekannt durch seine Mitarbeit an Grieben’s Reisebibliothek. Für dieses Unternehmen verfaßte er Reisehandbücher über Schweden (5. Aufl. Berlin 1875), Norwegen (1869), Stockholm (3. Aufl. 1860) und Kopenhagen (1869). Eine große Zahl von geographischen Aufsätzen lieferte er für verschiedene deutsche Zeitschriften, insbesondere für Petermann’s Mittheilungen (Neue Ermittlungen über Areal und Bevölkerung der scandinavischen Länder 1861, S. 73, 432; 1862, S. 481; 1865, S. 394; 1866, S. 247, 265; 1868, S. 249, 378; Ueber die Namen des Renthiers und der Lappen 1863, S. 345; Canalanlagen und Eisenbahnbauten in Lappland 1866, S. 333; Die scandinavische Halbinsel 1866, S. 415; Schwedens Eisenbahnen 1867, S. 173; Das neue Canalsystem in Dalsland 1868, S. 343, sowie zahlreiche kurze Berichte über die Polarfahrten scandinavischer Forscher), Andree’s Globus (Schilderungen aus Spitzbergen 1867, XI, 25; Die Lappmarken Schwedens 1867, XII, 107; Die Lappen Schwedens und ihre Lebensweise 1868, XIII, 207, 245), Delitsch’s Aus allen Welttheilen (Die Verbindungsbahn durch Stockholm 1872, S. 8; Die schwedische Nordpolarexpedition [151] 1872, S. 306; Die neueste Besichtigung der Grenze zwischen Schweden und Norwegen 1873, S. 121) und Ueber Land und Meer. Außerdem war er geographischer Mitarbeiter am Gothaischen Hofkalender, sowie an Meyer’s und Brockhaus’ Conversationslexikon. Als Uebersetzer hat er sich große Verdienste um die Kenntniß der schwedischen Litteratur in Deutschland erworben. Hervorgehoben zu werden verdienen seine Uebersetzungen verschiedener Romane der Schriftstellerin Flygare-Carlén, sowie der Werke von Strinnholm über Wickingszüge, Staatsverfassung und Sitten der alten Scandinavier (Hamburg 1839–41, 2 Bde.) und von Swederus über Schwedens Politik und Kriege 1808–14 (Leipzig 1866, 2 Bde.).

Petermann’s Mittheilungen 1875, 47. – Hofberg, Svenskt Biografiskt Handlexikon I, 324.