ADB:Gatterer, Christoph

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Artikel „Gatterer, Christoph Wilhelm Jakob“ von Richard Heß in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 8 (1878), S. 409–410, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Gatterer,_Christoph&oldid=- (Version vom 24. April 2019, 10:47 Uhr UTC)
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Gatterer: Christoph Wilhelm Jakob G., Cameralist, geb. 2. Decbr. 1759 zu Göttingen, Sohn von Joh. Christ. G. (s. u.), † 11. Sept. 1838 zu Heidelberg. Er studirte Cameralia in Göttingen, promovirte daselbst und ertheilte hierauf eine Zeit lang naturwissenschaftlichen Privatunterricht. 1787 wurde er als Professor der Cameralwissenschaften und Technologie nach Heidelberg berufen; 1790 zum wirklichen Bergrath ernannt, 1797 auch noch Professor der Diplomatik; 1805 erhielt er den Titel: Oberforstrath. G. war ein äußerst vielseitiger, fruchtbarer Schriftsteller; er schrieb – wie die meisten Cameralisten der damaligen Zeit – über die heterogensten Gegenstände: Zoologie, Bergwesen, Forstwesen, Handelswissenschaft, Technologie etc. Sein Hauptverdienst [410] besteht in Zusammenstellung und kritischer Beleuchtung der forst-cameralistischen Litteratur; unter den Schriftstellern dieses Gebietes gebührt ihm ein dauernder Ehrenplatz. Das von Wilhelm Gottfried v. Moser 1788 begonnene „Forstarchiv zur Erweiterung der Forst- und Jagdwissenschaft und der forst- und jagdwissenschaftlichen Litteratur“, von welchem bis 1795 bereits 17 Bände vorlagen, setzte er im Verein mit mehreren Gelehrten und erfahrenen Forstwirthen unter dem Titel: „Neues Forstarchiv“ etc. bis zum XXX. Bande fort (1796–1807) und lieferte selbst im XVIII. und XIX. Band dieses umfassenden Werkes, in welchem namentlich die ältere Forstgesetzgebung und Forstgeschichte berücksichtigt ist, ein „Allgemeines Repertorium der forst- und jagdwissenschaftlichen Litteratur nebst kritischen Bemerkungen über den Werth der einzelnen Schriften“ (1796 auch besonders abgedruckt). Dieses Repertorium ist die erste kritische Uebersicht der auf forstlichem Gebiet damals vorliegenden Erscheinungen. Später edirte er, gemeinschaftlich mit C. P. Laurop die ersten zwei Bände der „Annalen der Forst- und Jagdwissenschaft“ (1810–12). Von forstlichen Schriften lieferte er außerdem: „Authentische Nachrichten von dem im Sommer 1800 im würtembergischen Schwarzwald ausgebrochenen Brande“ (1801) und einen „Forstkalender“ (3. Aufl. 1798). Zu von Burgsdorf’s Abhandlung vom Umwerfen oder Ausroden der Waldbäume (1801) und zu von Drais’ Abhandlung vom Lerchenbaum (1801), gab er einige Zusätze. Von seinen sonstigen zahlreichen Werken sind namentlich erwähnenswerth: „Abhandlung vom Nutzen und Schaden der Thiere, die Fangarten“ etc. (2 Bde. 1781–82); – „Vom Handelsrang der Russen“ (1787–89); – „Technologisches Magazin“ (1790–94); – „Beschreibung des Harzes, bez. Anleitung, denselben mit Nutzen zu bereisen“ (1792 bis 93); – „Vom Pelzhandel“ etc. (1794); – „Allgemeines Repertorium der mineralogischen, berg- und salzwerkswissenschaftlichen Litteratur“ (2 Bde. 1798 bis 99) und dergl. mehr. – Ein Gesammtverzeichniß seiner Schriften befindet sich im neuen Nekrolog der Deutschen (1838, S. 1143).

v. Löffelholz, Chrestomathie I. S. 162, Nr. 319, Bem. 153; das. II. S. 173, Nr. 352. Bernhardt, Geschichte des Waldeigenthums etc. II. S. 155 u. 180. v. Weech, Bad. Biograph. I. 1875, S. 278.