ADB:Glaeser, Carl Ludwig

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Artikel „Gläser, Karl Ludwig“ von Moritz Fürstenau in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 9 (1879), S. 217–218, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Glaeser,_Carl_Ludwig&oldid=- (Version vom 20. Juli 2019, 01:42 Uhr UTC)
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Gläser: Karl Ludwig G., geboren 1747, war Musikdirector und Lehrer am Seminarium zu Weißenfels und starb daselbst am 31. Januar 1797. Nach Gerber (Neues Lexikon II. 338) hatte er sich in seiner Stellung „den Ruhm eines in seinem Fache wohlverdienten Mannes erworben“. Ein einziges Werk von ihm ist gedruckt worden und zwar „Kurze Clavierstücke zum Gebrauch beim Unterrichte in Menuetten und Polonaisen aus allen Tönen, nebst einer Vorrede von J. G. Doles“, Weißenfels 1794. Außerdem soll G. mehrere Kirchencompositionen im Manuscript hinterlassen haben. Allgemein bekannt geworden ist von ihm die Melodie zu dem Liede „Feinde ringsum!“, 1791 auf einen Text aus Karl Gottlob Cramer’s Roman „Hermann von Nordenschild“ componirt, welche sich bis auf den heutigen Tag volksthümlich erhalten hat und zu der 1814 Johann Heinrich Christian Nonne den nicht minder viel gesungenen Text „Flamme empor!“ gedichtet hat. Lange Zeit hielt man Gluck für den Componisten dieser Melodie und selbst Methfessel setzte in den drei ersten Ausgaben seines Commersbuches den Namen „Gluck“ darüber. Ausführlicheres hierüber enthält der 9. Band der Musikzeitschrift Cäcilia.

Karl Gotthelf G., sein Sohn, wurde geboren zu Weißenfels am 4. Mai 1784. In der Musik zuerst von seinem Vater unterrichtet, besuchte er später die Thomasschule zu Leipzig, wo ihn Hiller und A. Eberhard Müller in der Harmonielehre und im Clavierspiel, Campagnoli im Violinspiel unterrichtete. Im J. 1804 bezog er die Universität in Leipzig, um die Rechte, dann Theologie zu studiren. Nachdem er im J. 1808 das Examen bestanden hatte, ging er nach Naumburg, kehrte aber bald nach Leipzig zurück, wo er in der Kühnelschen Musikalienhandlung Corrector wurde und sich im Orgelspiel und in der Composition zu vervollkommnen suchte, worauf er sich als Musiklehrer nach Barmen wendete. Nachdem er als Freiwilliger den Krieg von 1814 mitgemacht hatte, nahm er seine Thätigkeit in Barmen wieder auf und gründete dort eine Musikalienleihanstalt und ein Instrumentengeschäft. Am 16. April 1829 starb er. Als sehr tüchtig können seine zahlreichen Elementarwerke bezeichnet werden. Er schrieb ein „Liederbuch für Schulen zum frühesten Unterrichte im Singen“ (1818, zweite Auflage 1822); „Neue praktische Clavierschule oder Anleitung, auf eine leichte und sichere Art Clavierspieler und Harmonisten zu bilden“ (1817); „Kurze Anweisung zum Singen in zwei Cursen, für Volksschulen“ (1821); [218] „17 musikalische Wandtafeln zur ersten Unterweisung im Singen nach Noten, nach Natorp’s Methode entworfen, nebst einer kurzen Anweisung zum Singen“ (1821); „Musikalisches Schulgesangbuch, methodisch geordnet nach Natorp’s Anleitung“ (1821–23); „Kurze Anweisung zum Choralspiel mit Vor- und Zwischenspielen, für ganz Ungeübte, die keine Kenntniß der Harmonie und Composition besitzen“ (1824); „Vereinfachter und kurzgefaßter Unterricht in der Theorie der Tonsetzkunst, mittelst eines musikalischen Compasses“ (1828). Außerdem componirte er viele Kirchengesänge, Motetten, Choräle (auch mehrstimmig arrangirt), Kinderlieder für Pianoforte, mehrere Sonaten, zwei große Fantasien: „Die große Völkerschlacht bei Leipzig“ und „Die Schlacht bei la belle Alliance oder des Herzogs Tod“ (mit Gesang), Variationen etc.; auch gab er ein „Evangelisches Choralbuch für das Großherzogthum Niederrhein mit leichten Zwischenspielen“ heraus.

Ein Michael G., geboren 1692 zu Gelenau in Sachsen, † 1774, verfertigte nach Gerber (N. Tonkünstlerlex.) „besonders gute Positive und andere kleine Werke“.