ADB:Gmelin, Sigmund Christian

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Artikel „Gmelin, Sigmund Christian“ von Moriz Gmelin in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 9 (1879), S. 274, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Gmelin,_Sigmund_Christian&oldid=- (Version vom 16. Juni 2019, 11:27 Uhr UTC)
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Gmelin: Sigmund Christian G., Diaconus zu Herrenberg, geboren zu Pfullingen am 15. März 1679, gestorben (zu Schwarzenau?) am 12. October 1707. Er schloß sich den pietistischen und separatistischen Gegnern der kirchlichen Lehre an, welche in den Reihen der jüngeren Geistlichkeit, wie in Laienkreisen seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Würtemberg auftraten. G. wurde in Folge seiner heftigen Angriffe gegen die Kirche als ein verweltlichtes Institut, mit seinen zwei Studiengenossen P. J. Bauer und Chr. G. Schmoller vom Amte entlassen und des Landes verwiesen. Wie andere separatistische Schwärmer fand er in Schwarzenau im Berleburg’schen Aufnahme, wo er in jungen Jahren gestorben sein soll. Er war auch Liederdichter. Seine im J. 1706 dem fürstlichen Geh. Regierungsrath zu Stuttgart übergebene „Apologetische Erklärung“ ist 1708 im Druck erschienen, zugleich mit zwei Schriften seiner Freunde Schmoller und Bauer. – Gmelin’s jüngerer Bruder, Wilhelm Christian, geboren zu Bothnang am 30. September 1684, gestorben als Pfarrer zu Iptingen am 3. April 1746, hatte wie Sigmund an den schwärmerischen Umtrieben gegen die kirchliche Lehre theilgenommen, war auch schriftstellerisch gegen sie aufgetreten („Das große Geheimniß der Offenbarung Jesu Christi in uns“), war ebenfalls aus dem Kirchendienst entlassen worden, söhnte sich aber später mit Kirchenlehre und Kirchenregiment wieder aus und starb als Pfarrer einer Landgemeinde bei Vaihingen an der Enz.

Grüneisen, Gesch. der relig. Gemeinschaften in Würtemberg (in der Zeitschrift für histor. Theologie, XI. 79–81). – Stammbaum der Familie G. S. XLIV f.