ADB:Gohl, Johann Daniel

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Gohl, Johann Daniel“ von August Hirsch in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 9 (1879), S. 327, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Gohl,_Johann_Daniel&oldid=- (Version vom 16. Oktober 2019, 10:55 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Goffine, Leonhard
Band 9 (1879), S. 327 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Johann Daniel Gohl in der Wikipedia
GND-Nummer 128529148
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|9|327|327|Gohl, Johann Daniel|August Hirsch|ADB:Gohl, Johann Daniel}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=128529148}}    

Gohl: Joh. Dan. G., Arzt, 1675 in Berlin geboren, hatte in Halle, besonders von Stahl angezogen, Medicin studirt und war daselbst 1698 promovirt worden. – Er habilitirte sich als praktischer Arzt zuerst in seiner Vaterstadt, erhielt im J. 1711 eine Anstellung als Badearzt in Freienwalde und siedelte 1721 als Kreisphysikus des Oberbarnim’schen Kreises nach Wrietzen über, wo er im J. 1731 gestorben ist. – G. gehört zu den eifrigsten Partisanen Stahl’s und seiner Lehre, welche er in mehreren der von ihm veröffentlichten Schriften, so namentlich in der „Diss. epistolaris de motus tonici demonstratione per revulsionem et derivationem veterum“ (Halle 1707) und in der pseudonym (unter dem Namen von Ursinus Wahrmund) erschienenen Schrift „Versuch patriotischer Gedanken über den von Vorurtheilen kranken Verstand, besonders in der Therapie“ (1729, nach seinem Tode sehr erweitert von dem Stahlianer Juncker 1733 herausgegeben unter dem Titel: „Aufrichtige Gedanken über den von Vorurtheilen kranken Verstand, insonderheit in der Materie von den spiritus animalibus“) unter heftiger Bekämpfung iatromechanischer Grundsätze, besonders der Lehre von den spiritus animales und der Leibnitz’schen Monadologie und prästabilirten Harmonie, Geltung zu verschaffen bemüht gewesen ist – allein in einer so plumpen Weise und mit so weit gehender Verläugnung anatomischer und physiologischer Thatsachen, daß seine Bestrebungen ohne jeden Erfolg geblieben sind. Wie wenig durchdrungen übrigens G. selbst von Stahl’schen Grundsätzen gewesen ist, geht daraus hervor, daß er, denselben entgegen, keinen Anstand genommen hat, den Gebrauch von Mineralquellen in einer besonderen Schrift („Instruction von der Tugend und dem Gebrauch des Freyenwalder Gesundbrunnens“, 1716) zu empfehlen. – Von seinen litterarischen Arbeiten (vergl. das vollständige Verzeichniß derselben in Haller, Biblioth. anat. II. p. 58, Bibl. chirurg. II. p. 39, Bibl. med.–pract. IV. p. 245) hat seine Aufsehen erregende Inaugural-Dissertation „De morborum aetatum fundamentis pathologico-therapeuticis“ (Halle 1698, in 2. Aufl. 1707), welche er unter Stahl’s Vorsitz vertheidigt hat und welche, wie angenommen wurde, von Stahl selbst verfaßt ist, und seine „Epistola de spina ventosa“ (Halle 1727) am meisten Beachtung gefunden. G. ist der Begründer und Herausgeber der seit dem Jahre 1717 erschienenen „Acta medicorum Berolinensium“ gewesen.