ADB:Gregor, Christian

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Artikel „Gregor, Christian“ von Ludwig Römer in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 9 (1879), S. 630, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Gregor,_Christian&oldid=- (Version vom 19. September 2019, 06:29 Uhr UTC)
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Band 9 (1879), S. 630 (Quelle).
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Gregor: Christian G., einer der bekanntesten geistlichen Liederdichter der Brudergemeine, war geboren am 1. Januar 1723 zu Dirsdorf in Schlesien. Der Gutsbesitzer dieses Dorfes, ein Herr v. Pfeil, nahm sich des talentvollen Knaben an, nachdem derselbe seinen Vater frühzeitig verloren hatte und verhalf ihm dazu, daß er für den Schullehrer-Beruf und für Musik ausgebildet wurde. Er schloß sich der Brüdergemeine in Herrnhut an in Folge der christlichen Anregung, die er durch die Erziehung seiner sehr frommen und gottesfürchtigen Mutter und den Umgang mit dem Ortsprediger, namentlich bei seiner Confirmation, erhalten hatte. Hier, in Herrnhut, fand er zunächst Beschäftigung als Informator einiger adlichen Knaben und sodann in verschiedenen Aemtern, in welchen er sich allgemeine Hochachtung erwarb, wonach er 1764 zu einem Mitglied der Unitäts-Direction, der sogenannten Unitäts-Aeltesten-Conferenz, erwählt wurde, in welcher hervorragenden Stellung er bis an’s Ende seines Lebens geblieben ist. Dichtkunst und Musik waren seine Lieblingsbeschäftigung neben den amtlichen Arbeiten. Im Auftrag einer allgemeinen Synode verfaßte er das noch jetzt in allen deutschen Brüdergemeinen gebrauchte Gesangbuch, welches im J. 1778 zum ersten Mal im Druck erschien, sowie einige Jahre später das zu demselben gehörige Choralbuch. Das Gesangbuch enthält eine Auswahl der in der evangelischen Kirche allgemein bekannten und beliebten Kirchenlieder nebst anderen im Kreis der Brüdergemeine entstandenen und damals schon gebräuchlich gewordenen von Zinzendorf, Spangenberg und Anderen mehr, auch von G. selbst. Ein von G. verfaßtes Erbauungsbüchlein für alle Tage im Jahr in kurzen Gedichten erschien im Druck 1795. Am 6. November 1801 starb G. an einem Schlagfluß im Alter von 78 Jahren in Berthelsdorf bei Herrnhut, dem Wohnsitz der Unitäts-Direction, nachdem er bis dahin trotz seines Alters noch in steter Amtsthätigkeit gewesen war. In der Geschichte der Brüdergemeine hat er sich auf mancherlei Weise, besonders aber durch die Herausgabe des schon erwähnten Gesangbuchs, welches auch außerhalb des Kreises der Brüdergemeine viel Anerkennung gefunden hat, ein bleibendes und segensreiches Andenken gestiftet.