ADB:Greiling, Johann Christoph

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Artikel „Greiling, Johann Christoph“ von Jakob Franck in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 9 (1879), S. 634, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Greiling,_Johann_Christoph&oldid=- (Version vom 15. Dezember 2019, 23:47 Uhr UTC)
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Greiling: Johann Christoph G., evangelischer Theologe, geb. am 21. Dec. 1765 in Sonneberg, einem thüringischen Städtchen, wo sein Vater Orgelbauer war, † am 3. April 1840 als Oberhofprediger zu Aschersleben. Im 15. Jahre bereits Candidat des Schulamts, wurde er bald darauf Secretär des Geheimraths Gruner in Coburg und hier befriedigte sich auch sein Verlangen, zu gelehrten Studien sich vorzubereiten, indem er das dortige Casimirianum besuchte. Aeußere Umstände nöthigten ihn jedoch, den bisherigen philologischen Studien zu entsagen und sich der Theologie zu widmen. 1788 verließ er die Universität Jena und ward Hofmeister bei dem Oberlandjägermeister v. Böhlau zu Döben in Kursachsen und gab hier (1793) sein erstes Buch heraus: „Ueber den Entzweck der Erziehung und über die ersten Grundsätze der Wissenschaft derselben“. Ein Jahr darauf folgten die damals viel gelesenen „Philosophischen Briefe über die Grundsätze der religiös-sittlichen Erziehung“, 1794. Im J. 1795 ging G. als Hauslehrer zu dem Hofrath v. Grießheim in Klein-Zschocher bei Leipzig, wurde 1797 Pastor in Schochwitz im Mansfeldischen und 1798 zu Neu-Gattersleben im Magdeburgischen. Hier bearbeitete er seine „Praktischen Kanzelvorträge aus Kant’s Schriften gezogen“, 1798–1804, 6 Bde., und 1799 seine „Neue Materialien zu Kanzelvorträgen“. Großen Beifall fanden seine „Hierapolis“, 1802, und seine „Theorie der Popularität“, 1805. Diese seine schriftstellerischen Arbeiten sowie sein Ruf als Prediger verschafften ihm 1805 die Oberhofpredigerstelle zu Aschersleben, auch wurde er 1830 von der Jenaer Universität mit der theologischen Doctorwürde ausgezeichnet. G. war ein klarer und lichtvoller Kanzelredner, der mit Kraft und Nachdruck die Herzen anzuregen und zu rühren wußte. In seinen pädagogischen Schriften war er, zu ihrer Zeit mit vielem Erfolge, bemüht, die Grundsätze Kant’scher Philosophie auf die Erziehungslehre anzuwenden. Eines seiner vorzüglichsten durch geschmackvolle Darstellung wie durch tiefes Gefühl und reiches Wissen gleich ausgezeichneten Werke ist: „Die biblischen Frauen“, 1814–15, 2 Thle.

Allgem. Repertor. d. theol. Lit. 1849, S. 206–7. Röhr, Prediger-Bibliothek, Bd. XXX, 117–20. Hergang, Pädagog. Biographien 1848, S. 97–100.