ADB:Haenke, Thaddäus

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Artikel „Haenke, Thaddäus“ von Heinrich Wilhelm Reichardt in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 10 (1879), S. 515–516, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Haenke,_Thadd%C3%A4us&oldid=- (Version vom 23. August 2019, 13:55 Uhr UTC)
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Haenke: Thaddäus H., Reisender, Naturforscher und speciell Botaniker, geboren den 5. October 1761 zu Kreibitz in Böhmen, † 1817 zu Buxacaxey in Bolivien. H. absolvirte seine Studien in Prag und wurde 1782 zum Doctor der Philosophie promovirt. 1786 durchforschte er mit mehreren Mitgliedern der k. böhmischen Gesellschaft d. W. das Riesengebirge botanisch, kam im Herbste dieses Jahres nach Wien, bereiste in den beiden folgenden Jahren die Alpenländer Oesterreichs und wurde 1789 auf Nicolaus v. Jacquin’s Empfehlung der von Spanien ausgesendeten Expedition Malaspina’s als Botaniker beigegeben. Erst im April 1790 konnte sich H. mit Malaspina zu Santiago in Chile vereinigen und mit ihm längs der Westküste Amerikas nach Norden bis zur Behringstraße vordringen. 1792 besuchte H. die Philippinen, kehrte über die Gesellschaftsinseln nach Chile zurück (1794), machte im Auftrage der spanischen Regierung noch mehrere Reisen in das Innere Südamerikas und ließ sich endlich in Bolivien nieder, wo er auch starb. Ueber die Resultate seiner botanischen Forschungen in den Sudeten berichtete H. in Irasek’s Beobachtungen [516] aus dem Riesengebirge; während seines Aufenthaltes in Wien gab er die Editio VIII der „Genera plantarum“ Linné’s heraus und beschrieb im zweiten Bande von Jacquin’s „Collectaneen“ neue und seltene Pflanzenarten aus Oesterreich. Von den ungemein reichen botanischen Sammlungen, welche H. auf seinen Reisen gemacht hatte, gelangte leider nur ein kleiner Theil nach Europa; derselbe wurde von C. B. Presl in den „Reliquiis Haenkeanis“ beschrieben (1830–35, 2 Bde., 4., mit 72 Tafeln).

Kaspar Graf Sternberg, Einleitung zu den Reliquiis Haenkeanis, S. VI bis XV. – Verhandl. d. zool.-botan. Verein. in Wien, V. (1855) S. 33. – Wurzbach, Biograph. Lexik., VII. S. 178.