ADB:Harer, Peter

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Artikel „Haarer, Peter“ von Franz Xaver von Wegele in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 10 (1879), S. 260, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Harer,_Peter&oldid=- (Version vom 14. Dezember 2019, 21:10 Uhr UTC)
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Band 10 (1879), S. 260 (Quelle).
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Haarer: Peter H. (Crinitus), geboren zwischen 1480 und 1490, wahrscheinlich in Heidelberg. Von seinen übrigen Lebensverhältnissen ist wenig bekannt. Wir wissen nur, daß er, wie man vermuthet durch den Einfluß seines Vaters, früh an den pfälzischen Hof und in die einflußreiche Stellung eines Secretärs und Rathes bei dem Kurfürsten Ludwig V. (1508–44) gelangt ist. Das Jahr seines Todes ist wie das seiner Geburt nicht überliefert. H. ist von Bedeutung als Verfasser einer ihm, wie es scheint mit Recht zugeschriebenen Reimchronik über die sogen. Packischen Händel, und noch mehr durch eine unzweifelhaft von ihm herrührende und geschätzte Geschichte des Bauernkrieges in deutscher Sprache, dessen Vorgänge in der Pfalz und den benachbarten Provinzen er als Begleiter des Kurfürsten kennen zu lernen gute Gelegenheit hatte. Der Standpunkt seiner im übrigen schlichten Darstellung ist der conservative, ohne daß er darum verkennt, daß die Lage der Bauern eine unmenschliche gewesen. Die frühere Ansicht, daß der lateinische Text seines Werkes der ursprüngliche und die deutsche Bearbeitung erst nachträglich daraus hervorgegangen sei, ist in neuester Zeit gründlich widerlegt worden. Hinwiederum ist die Schrift Haarer’s von Gnodalius und Leodius (Thomas Hubert aus Lüttich) in ihren bez. Berichten über den Bauernkrieg fast vollständig ausgeschrieben worden.

Zu vgl. Ranke, Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation, 4. Aufl., VI. Bd. S. 63, Bd. III. S. 39 und Bd. IV. S. 240. Osc. Leop. Schäfer, Das Verhältniß der drei Geschichtsschreiber des Bauernkrieges, Haarer, Gnodalius und Leodius, kritisch betrachtet, Chemnitz 1876, wo sich über die betreffenden Handschriften und Drucke die genügenden Angaben befinden.