ADB:Hauer, Georg (katholischer Theologe)

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Artikel „Hauer, Georg“ von Jakob Franck in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 11 (1880), S. 44–45, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Hauer,_Georg_(katholischer_Theologe)&oldid=2497808 (Version vom 21. Juli 2018, 21:32 Uhr UTC)
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Hauer: Georg H. (Hawer, Hauerius, Haverius), katholischer Theolog und lateinischer Grammatiker in der ersten Hälfte des 16. Jahrhundertes. Geboren zu Türschenreut in der Oberpfalz um das Jahr 1484, hatte er sich dem Weltpriesterstande gewidmet und lehrte bis 1513 als Schulmann zu Passau die lateinische Sprache. Hierauf aber wurde er Priester zu Plattling an der Isar und als solcher besuchte er die Universität Ingolstadt, wo ihm die Würde eines Magisters der Philosophie, im J. 1518 die Pfarre zu Unserer Lieben Frauen und nach Verlauf von sieben Jahren jene von St. Moriz verliehen wurde. Da er das besondere Vertrauen des Landgrafen Georg von Leuchtenberg besaß, so wurde er auf dessen Verlangen und mit Bewilligung des akademischen Senats 1519 Prorector der Universität und 1523 wirklicher Rector. Diese Würde bekleidete er sechsmal und starb endlich als Pfarrer zu St. Moriz und Professor des geistlichen Rechtes zu Ingolstadt den 23. August 1536, 52 Jahre alt. – H. hat sich zu seiner Zeit durch seine lateinische Grammatik, gleich Bebel, Henrichmann und Aventin große Verdienste um die studirende Jugend erworben, wenn gleich seine Bemühungen auf diesem Felde ebenso wie die der genannten Zeitgenossen jetzt gänzlich der Vergessenheit anheimgefallen sind. Sein Name aber als Lehrer der lateinischen Sprache stand damals in so großem Ansehen, daß es bei den wiederholten Drucken seiner Grammatik diesen sowie den Verlegern schon vollkommen ausreichend schien, das Titelblatt lediglich mit dem Namen „Hauerius“ versehen zu lassen. Die erste Ausgabe, die er, wie aus einer vorangedruckten Zuschrift des M. Spielberger „Angelypolitanae reipubl. Secretarius“ hervorgeht, auf Verlangen des Ingolstädter Magistrats verfaßt hatte, [45] erschien als „Puerilia Grammatices“ 1514, welcher noch bis 1520 drei weitere folgten, in denen sich auch lateinische Lobschriften von Urban Rieger (Regius) befinden. Dem lateinischen Texte hat H. vielfach deutsche Worterklärungen eingeschoben und ebenso findet sich vom zweiten Drucke an eine Anzahl lateinischer Sprichwörter aus Erasmus’ und Wimpfeling’s Adolescentia entlehnt, deren beigefügte freie Uebersetzung ins Deutsche (1527) um so größeren Werth hat, als sie durch damals noch im Volksmunde lebendige und jetzt verschollene Sprichwörter und Redensarten wiedergegeben sind, oder auch Widerlegung des oft behaupteten jüngeren Ursprungs den schlagendsten Beweis liefern; so Bl. Ma : „Cantilenam eandem canis – Du singst ain Tanhaußer“, Bl. KIIIIb: „Davus sum non Oedipus – ich kan nit behmisch.“ Außerdem soll er in einem eigenen noch fraglichen Buche lateinische Sprichwörter des Erasmus mit solchen des Joh. Murmellius verdeutscht haben. Verfasser ist er ferner einiger Predigten, deren Druck in die Jahre 1523–26 fällt.

Kobolt, Lex. bair. Gelehrten (von Gandershofer), S. 139–41. Mederer, Annal. Academ. Ingolst. I, 90. – Weller, Repertor. 4081–82 und dazu Ottow im Serapeum 1867, 330–31. Schelhorn, Amoen. liter. VI, 324. Duplessis, Bibliographie Parémiolog., p. 83. Kuczynski, Thesaur. libell., p. 89.