ADB:Herrnschmid, Johann Daniel

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Artikel „Herrnschmid, Johann Daniel“ von l. u. in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 12 (1880), S. 221–222, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Herrnschmid,_Johann_Daniel&oldid=- (Version vom 23. April 2019, 14:32 Uhr UTC)
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Herrnschmidt: Johann Daniel H., nicht selten auch Herrnschmid geschrieben, Freund, College und Gesinnungsgenosse von August Hermann Francke, stammte aus einer alten Oettingen’schen Predigerfamilie. Sein Großvater und sein Vater waren Geistliche zu Bopfingen in Schwaben; hier wurde er am 11. April 1675 geboren. Vom J. 1690 an besuchte er die Schulen in Nördlingen und Heilbronn (?)), bezog sodann im J. 1696 die Universität Altorf, wo er 1698 Magister wurde, und ging darauf im Herbste desselben Jahres nach Halle a. d. S. Hier wurde er mit Francke, Breithaupt und Anton befreundet; im Hause des letzteren (vgl. Bd. I. S. 498) wohnte er. Die Eindrücke, die er hier empfing, blieben für seine Lebensrichtung entscheidend: er verband mit tüchtiger Gelehrsamkeit und namentlich theologischer Gründlichkeit eine entschiedene Richtung auf das praktische Christenthum in Gesinnung und Wandel. Schon ehe er im J. 1701 Adjunct der theologischen Facultät wurde, hatte Francke ihn am Pädagogium beschäftigt. Doch rief ihn die zunehmende Schwäche seines Vaters im J. 1702 in die Heimath zurück; er wurde zunächst Vikar seines Vaters, dann Helfer in Bopfingen, heirathete Sabina Catharina Schwartz aus Fürth und wirkte an der Seite seines Vaters in reichem Segen. Im Jahre 1712 wurde er als Superintendent nach Idstein in Nassau berufen, folgte aber diesem Rufe, da er namentlich seinen Vater nicht verlassen mochte, erst auf Zureden seiner Lehrer in Halle, bei denen er sich um diese Zeit den Grad eines Doctors der Theologie erwarb. Von Idstein wurde er im J. 1715 als Professor der Theologie nach Halle berufen, mit welchem Amte er seit 1716 das eines Subdirectors an den Franckischen Stiftungen verband. Als solcher hatte er seit 1718 speciell die Aufsicht über die lateinische Schule zu führen. Nach einer angestrengten, aber reichen Thätigkeit starb er hier schon am 5. Februar 1723, noch nicht 48 Jahre alt; am Tage darauf starb seine Frau. – H. ist hauptsächlich als Dichter geistlicher Lieder noch heute allgemein bekannt, er gehört zu den bedeutenderen Dichtern der älteren pietistischen Schule; seine Lieder zeichnen sich durch Tiefe und Innigkeit aus. Freylinghausen nahm 17 in seine Gesangbücher auf. Die besten seiner Lieder sind seine Loblieder; unter diesen ist das Lied: „Lobe den Herren, o meine Seele, ich will ihn loben bis zum Tod“, mit seiner gleichfalls von H. herrührenden schwunghaften Melodie eines der herrlichsten, die es überhaupt gibt. Von seinen theologischen Abhandlungen haben einige, die sich auf Gegenstände der Ethik beziehen, besondere Bedeutung.

Jöcher, II. Sp. 1556. Koch, Geschichte d. Kirchenliedes u. s. f., 3. Aufl. IV. Bd. S. 349 u. S. 569. Kirchner, Nachricht von ältern und neuem Liederverfassern, S. 21. Döring, Choralkunde, S. 165.

[222] Unter den acht Kindern Johann Daniel Herrnschmidt’s ist besonders bekannt geworden Georg Ludwig H., der sich gewöhnlich Herrnschmid schrieb. Er war am 11. Januar 1712 zu Bopfingen geboren und † am 23. Novbr. 1779 als Hauptpastor zu St. Michaelis und Senior Ministerii in Hamburg.

Meusel, V. S. 414. Lexikon der Hamb. Schriftsteller, III. S. 211 ff. Adelung, II. Sp. 1957.