ADB:Hoeninghaus, Julius Vincenz

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Hoeninghaus, Julius Vincenz“ von Franz Heinrich Reusch in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 13 (1881), S. 72, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Hoeninghaus,_Julius_Vincenz&oldid=- (Version vom 23. April 2019, 00:29 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Höniger, Nikolaus
Nächster>>>
Hönn, Georg Paul
Band 13 (1881), S. 72 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand August 2018, suchen)
GND-Nummer 116928255
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|13|72|72|Hoeninghaus, Julius Vincenz|Franz Heinrich Reusch|ADB:Hoeninghaus, Julius Vincenz}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=116928255}}    

Hoeninghaus: Julius Vincenz von Paula H., ein Convertit, der in den Jahren 1826–42 als Schriftsteller, namentlich als Journalist eine Rolle spielte. 1826–29 redigirte er die „Palmblätter, Zeitschrift für christliche Familien“, 1833–36 gab er das „Katholische Museum für die gebildete Leserwelt“ (5 Hefte) heraus. 1837 gründete er zu Frankfurt eine „Universal-Kirchenzeitung für die Geistlichkeit und die gebildete Weltclasse des protestantischen, katholischen und israelitischen Deutschlands“, die er als Redacteur en chef in Verbindung mit einem evangelischen Geistlichen und einem Rabbiner herausgeben wollte, die aber bald wieder einging. Dann redigirte er von 1838–1843 gleichfalls zu Frankfurt die „Katholische Kirchenzeitung“, die durch bittere, theilweise gemeine Angriffe auf Protestanten, Hermesianer, Josephiner etc. eine traurige Berühmtheit erlangte. H. veröffentlichte auch mehrere, meist den Gegensatz zwischen Katholicismus und Protestantismus betreffende Bücher, die eine große Belesenheit, aber auch eine große Oberflächlichkeit bekunden: „Morgenröthe des Friedens oder die Möglichkeit einer Wiedervereinigung der protestantischen Confession mit der katholischen Kirche nach den Grundsätzen angesehener protestantischer Gelehrten. Nebst einem chronologischen Verzeichniß der Convertiten“, 1828. „Das Resultat meiner Wanderungen durch das Gebiet der protestantischen Litteratur oder die Nothwendigkeit der Rückkehr zur katholischen Kirche ausschließlich durch die eigenen Eingeständnisse der protestantischen Theologen und Philosophen dargethan“, 3 Abtheilungen, 1835, 1836. Von diesem Buche erschien eine holländische und eine französische Uebersetzung, letztere mit einer Einleitung von Audin unter dem Titel „La reforme contre la reforme“, Paris 1845 (nachgedruckt Löwen 1847). „Gegenwärtiger Bestand der römisch-katholischen Kirche auf dem ganzen Erdkreise“, 1836. „Chronologisches Verzeichniß der denkwürdigsten Bekehrungen vom Protestantismus zur katholischen Kirche“, 1837. „Vertheidigung der römisch-katholischen Kirche wider protestantische Angriffe“, 1843 (gegen Pastor F. Mallet). – H. bezeichnet sich selbst als „Doctor der Philosophie und Ritter des päpstlichen Ordens vom goldenen Sporn“. Im J. 1842 wurde er in verdächtiger Weise als Redacteur der Kirchenzeitung durch den Verleger entlassen, im Januar 1844, da er sich der Untersuchung wegen Vergehen gegen die Sittlichkeit durch die Flucht, angeblich nach Belgien, entzogen, steckbrieflich verfolgt (Berliner Allg. Kirchenztg. 1844, S. 328). Wohl wegen dieses unrühmlichen Endes wird er in Rosenthal’s Convertitenbildern, Kehrein’s Lexikon katholischer Schriftsteller und ähnlichen Büchern, in denen man biographische Notizen über ihn zu finden erwarten dürfte, mit Stillschweigen übergangen.