ADB:Hoffmann, Johann (Abt zu Admont)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Hoffmann, Johann, Abt zu Admont“ von Heinrich Ritter von Zeißberg in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 12 (1880), S. 595–596, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Hoffmann,_Johann_(Abt_zu_Admont)&oldid=- (Version vom 28. Februar 2020, 13:11 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Hoffmann, Jakob
Band 12 (1880), S. 595–596 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Johann Hoffmann (Abt) in der Wikipedia
GND-Nummer 137597215
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|12|595|596|Hoffmann, Johann, Abt zu Admont|Heinrich Ritter von Zeißberg|ADB:Hoffmann, Johann (Abt zu Admont)}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=137597215}}    

Hoffmann: Johann H., Abt zu Admont (1581–1614), als „coenobii restitutor“ gefeiert, geb. zu Kremsbrucken in Ober-Kärnthen 1552 als Sohn eines unbemittelten Schneiders, hatte das Glück mit elf Jahren in die Dienste eines Kämmerlings der kaiserlichen Prinzen nach Wien zu kommen, wo er in den Humanitätsstudien seine Ausbildung erhielt. 1569 begleitete er den nachherigen Cardinal Scipio Lancellotus nach Rom und studirte sodann das kanonische Recht zu Perugia. Mit dem Nuntius Cardinal Commendone bereiste er Polen und andere ferne Länder, kehrte sodann nochmals nach Rom zurück, trat aber 1573 in Ausführung eines längst gehegten Wunsches in das Kloster St. Lambrecht ein, wo er als Cellerarius so große wirthschaftliche Talente zeigte, daß ihm Erzherzog Karl und der päpstliche Nuntius Malaspina die Leitung der durch innere und äußere Unfälle tief herabgesunkenen Abtei Admont anvertrauten. H. entsprach aufs glänzendste den gehegten Erwartungen. Er löste alle verpfändeten Güter ein, tilgte sämmtliche Schulden, führte viele Gebäude auf oder stellte sie wieder her, kaufte neue Güter und sammelte ein stattliches Baarvermögen. Daneben versuchte er den bis auf drei Mitglieder zusammengeschmolzenen Convent in tauglicher Weise zu ergänzen, die Disciplin neu zu beleben, Würde und Glanz des Gottesdienstes wiederherzustellen. Er vermehrte die Klosterbibliothek und hob die Klosterschule. An dem Werke der Gegenreformation nahm er eifrig Antheil. 1584 erhielt er den Auftrag, das Stift Neuberg sowol in temporalibus als spiritualibus zu visitiren, 1586 führte er den abgesetzten Propst von Rottenmann in sein Stift zurück. 1596 ward ihm die Administration des Stiftes St. Lambrecht aufgetragen. In demselben Jahre erhielt er von Erzherzog Ferdinand den Rathstitel. 1601 wurde er ständischer [596] Verordneter, 1602 Kammerpräsident zu Gratz. Die bedeutendste Rolle spielte er aber bei dem Reformationswesen unter Erzherzog Ferdinand. Schon 1592, aus Polen, wohin er die Braut König Sigmunds III., Erzherzogin Anna begleitet hatte, zurückgekehrt, ging er im Auftrage des Erzbischofs Wolf Dietrich von Salzburg zu Kaiser Rudolf II. nach Prag, um in geheimer Unterredung von diesem Abhilfe gegen das Umsichgreifen der protestantischen Stände zu erbitten. 1599 wurde er von Erzherzog Ferdinand als erster Reformationscommissär im Ennsthale aufgestellt. Als solcher trat er namentlich zu Eisenerz den Knappen und Holzknechten muthig entgegen und führte sowol hier als in Aussee, Gröbming, Schladming und andern Orten das Werk der Gegenreformation erfolgreich durch. H. starb am 14. October 1614.

Bergmann, Medaillen II, 61 ff. Gr. Fuchs, Kurzgefaßte Geschichte des Benedictiner-Stiftes Admont, Graz 1858.