ADB:Hohenlohe-Neuenstein-Kirchberg, Friedrich Wilhelm Prinz zu

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Artikel „Hohenlohe-Kirchberg, Friedrich Wilhelm Fürst von“ von Wilhelm Edler von Janko in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 12 (1880), S. 684–685, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Hohenlohe-Neuenstein-Kirchberg,_Friedrich_Wilhelm_Prinz_zu&oldid=1689955 (Version vom 25. April 2014, 04:33 Uhr UTC)
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Hohenlohe-Kirchberg: Friedrich Wilhelm Fürst v. H., österreichischer Feldzeugmeister. Geboren zu Kirchberg den 3. December 1732 begann dieser ausgezeichnete Prinz seine kriegerische Laufbahn im Infanterieregiment Alt-Wolfenbüttel Nr. 29. Als Grenadierhauptmann zog er in den siebenjährigen Krieg und wurde bei Leuthen das erstemal verwundet, das zweitemal bei Landshut, wo er als Major drei Redouten erstürmte und sich das Theresienkreuz erwarb. Seit 1773 Generalmajor machte er unter Laudon den baierischen Erbfolgekrieg und zehn Jahre später als Feldmarschall-Lieutenant den Türkenkrieg mit. Mit der Ernennung zum Feldzeugmeister 1789 erhielt H. auch das Generalcommando in Siebenbürgen und lieferte in der Walachei das siegreiche Treffen bei Perčenj (Vaydenj 7. und 8. October), wofür er mit dem Commandeurkreuze des Theresien-Ordens belohnt wurde. Vor Ausbruch der französischen Revolutionskriege wurde der Fürst nach Berlin entsendet, um über Plan und Maßregel für einen kommenden Feldzug zu berathen. Er befehligte Anfangs das Armeecorps, welches [685] 1792 gegen Landau rückte, später wußte er bei Trier und Pellingen durch geschickte Manöver alle Absichten des ihm gegenüberstehenden überlegenen Feindes zu vereiteln und rettete dadurch die niederrheinischen Kreise. H. empfing jetzt das Großkreuz des Theresien-Ordens. Hervorragenden Antheil hatte er an dem Siege von Famars (23. und 24. Mai). Die letzten Monate von 1793 bis zum Mai 1794 war er General-Quartiermeister bei der Armee Coburgs und es ist sein Verdienst, daß die Franzosen bei Avesne les sec (12. September) eine totale Niederlage erlitten. Seine letzte Waffenthat war die Einnahme Speiers (17. September), denn er mußte krankheitshalber das Heer verlassen. 1796 sollte er das Commando einer eigenen Armee übernehmen, ein hitziges Fieber aber raffte den Prinzen zu Prag den 10. August plötzlich hinweg. H. zeichnete sich durch einen offenen und biederen Charakter, durch große Kaltblütigkeit, ein ungewöhnlich scharfes Augenmaaß und Fertigkeit im Manövriren besonders aus; in seinen Dispositionen überließ er Nichts dem Zufalle.

Kestner, Thaten u. Charakterzüge berühmter österr. Feldh. Wien 1807.
von Janko.