ADB:Hoyer, Johann Gottfried von (kursächsischer Generalleutnant)

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Artikel „Hoyer, Johann Gottfried von“ von Bernhard von Poten in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 13 (1881), S. 218, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Hoyer,_Johann_Gottfried_von_(kurs%C3%A4chsischer_Generalleutnant)&oldid=- (Version vom 23. August 2019, 07:39 Uhr UTC)
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Hoyer: Johann Gottfried v. H., kurfürstlich sächsischer Generallieutenant, als der Sohn eines Forstbedienten 1726 zu Dresden geboren, trat 1743 in das Artilleriecorps, wurde 1746 Stückjunker, 1792 Generalmajor, 1793 Oberzeugmeister und starb, 1790 geadelt, im J. 1802. Nachdem er den königlichen Prinzen Unterricht in der Artilleriewissenschaft ertheilt hatte, wurde er 1772 Director der 1766 gegründeten Artillerieschule. Außer seiner Wirksamkeit in dieser Stellung, in welcher er mit Erfolg bemüht war zwischen Theorie und Praxis eine stets lebendige Verbindung hervorzurufen und zu erhalten, strebte er, von dem damaligen Batteriemeister, späteren Major Raabe, unterstützt, eifrig für die Verbesserung des Artilleriematerials, indem er 4pfündige Granatstücke und schwere 4pfündige Kanonen, stehende Richtschrauben bei den Mörsern und für die Verwendung als Laffetenwände das leichtere und billigere, für die damalige Pulverwirkung genügende Kiefern- statt des bis dahin gebräuchlichen Eichenholzes einführte. Dieses Alles geschah nach seinen unmittelbaren Angaben. Mittelbar war er bei der Einführung von Protzkasten, bei dem Ersatze der Munitionskarren durch vierräderige Wagen und bei einer anderweiten taktischen Gliederung seiner Waffe betheiligt, welche die letztere, abgesehen von den Regimentsgeschützen, in Brigaden zu drei Batterien formirte. Sein Streben wurde durch den Gegensatz beeinträchtigt, in welchem er, nicht ohne eigene Schuld, zu dem Commandanten der Feldartillerie, General v. Hiller, sich befand.

Lebensbeschreibung vom sächsischen Artilleriegeneral Homilius in: Von der Lühe, Militär-Conversations Lexikon, Adorf 1836–41.

Johann Gottfried Dr. v. H., preußischer Generalmajor, Sohn des 1787 gestorbenen kursächsischen Pontonniermajor H. (Lebensbeschreibung in Hoyer’s Neuem militärischen Magazin, 2. Band) und Neffe des Vorigen, am 9. Mai 1767 geboren, trat ganz jung in seines Vaters Compagnie und wurde 1781 Artillerieoffizier. Sein Oheim führte ihn in die Kriegswissenschaften ein, daneben beschäftigte er sich mit den alten Klassikern und mit neueren Sprachen. 1803 erhielt er das Commando der Pontonniere, 1809 ward er wegen seines Benehmens in Wittenberg, wo H. es war, welcher vornehmlich veranlaßte, daß die Festung Schill ihre Thore nicht öffnete, Major, im December 1813 trat er, nachdem sein Plan, in russische Dienste zu gehen, sich zerschlagen hatte, als Oberst in das preußische Ingenieurcorps, erhielt den Vortrag über Befestigungskunst an der Allgemeinen Kriegsschule, machte den Feldzug von 1815 in Frankreich mit und wurde 1825 als Inspecteur der zweiten Ingenieurinspection in den Ruhestand versetzt. Er hielt nun in Halle Vorlesungen über Kriegskunst und Kriegsgeschichte und starb daselbst am 7. März 1848. Seine Bedeutung liegt auf schriftstellerischem Gebiete, auf welchem er von jung auf thätig war; wenn auch seine Werke über Ingenieurwissenschaft und andere Zweige der Kriegskunst zur Zeit nur noch geringen Werth haben, so sind doch andere, namentlich seine „Geschichte der Kriegskunst“, Göttingen 1797–1800, seine anonym erschienene „Pragmatische Geschichte der sächsischen Armee“, Leipzig 1791, seine als ein Theil der Handbibliothek für Offiziere zu Berlin 1831–40 erschienene „Litteratur der Kriegswissenschaften und Kriegsgeschichte“, seine „Wörterbücher der Artillerie“, Tübingen 1804–12, Nachtrag 1831, und die „Kriegsbaukunst“, Berlin 1835, noch jetzt wichtige Quellen für kriegsgeschichtliches Studium. Er gab ferner das „Neue militärische Magazin“, Leipzig 1798–1805, heraus, schrieb geschichtliche Werke („Die Belagerungen Wiens 1444–1809“, „Franz Sforza I. Visconti“, Magdeburg 1846) und war als Uebersetzer thätig.