ADB:Isler, Aloys

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Isler, Aloys“ von Hermann Wartmann in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 14 (1881), S. 635–636, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Isler,_Aloys&oldid=- (Version vom 16. Oktober 2019, 12:50 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Band 14 (1881), S. 635–636 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand Februar 2019, suchen)
GND-Nummer 136249477
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|14|635|636|Isler, Aloys|Hermann Wartmann|ADB:Isler, Aloys}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=136249477}}    

Isler: Aloys I., Kaufmann, geb. am 21. Juni 1822 in Wohlen, gest. am 6. September 1879 in Wildegg, Canton Aargau. Schon der Großvater und Vater von A. I. hatten in Wohlen, dem Ausgangspunkte und Hauptquartiere der aargauischen Strohindustrie, durch den Handel mit Strohgeflechten ihr redliches Auskommen gefunden; allein der frühe und plötzliche Tod des Vaters machte diese Einnahmsquelle, auf welche die zahlreiche Familie gegründet war, versiegen, und der junge Aloys sah sich für seine weitere Ausbildung auf die Nachhülfe älterer Geschwister angewiesen. Durch diese wurde ihm nach Absolvirung der Gemeinde- und Bezirksschule seines Heimathorts der Besuch der Gewerbeschule in Aarau ermöglicht. Ein Aufenthalt in Lausanne wäre nothgedrungen sehr bald abgebrochen worden, wenn die Pfarrfamilie, in welcher I. untergebracht war, den braven Jüngling nicht ohne Entschädigung noch fast ein Jahr bei sich behalten hätte. Anfangs der vierziger Jahre trat I. als Lehrling in das Strohwaarengeschäft der Gebr. Meyer in Wohlen, und rückte nach Vollendung der Lehrzeit zum Buchhalter und Reisenden dieses Geschäfts vor. Im J. 1848 schied er aus demselben, um sich mit einem andern Angestellten des gleichen Hauses zur Gründung eines eigenen Geschäfts zu verbinden. Vor dessen Eröffnung brachte er aber noch ein Jahr in Paris zu, um die dortigen Verhältnisse gründlich kennen zu lernen. Sein Associé reiste nach New-York, um den amerikanischen Markt für die immer mannigfaltigeren Produkte der Stroh- und Roßhaarflechterei und -Weberei zu gewinnen und auszubeuten. Im J. 1849 begann die Firma Isler & Otto in New-York und Wildegg ihre Geschäfte und gelangte rasch zu Ansehen und Wohlstand. Der Landbevölkerung im weiteren Umkreise von Wildegg war eine reichliche Quelle des Verdienstes eröffnet; an allen Fortschritten der aargauischen Strohindustrie hatte I. seinen vollen Antheil. Da traf die Krisis von 1857 das junge, emporstrebende Haus. Es war noch nicht kräftig genug, um derselben zu widerstehen, es mußte mit seinen Gläubigern einen Vergleich eingehen. Die Firma Isler & Otto liquidirte, und die Firma Aloys Isler & Co. in Wildegg übernahm ihre sämmtlichen Verbindlichkeiten. Mit doppelter Energie arbeitete nun I., um nicht blos diese Verbindlichkeiten getreulich zu erfüllen, sondern überhaupt allen und jeden Verlust, der aus dem ersten Falle der Firma ihren Gläubigern entstanden war, voll und mit Zinsen wieder zu vergüten. Bevor ein Jahrzehnt verflossen war, hatte er dieses Ziel erreicht und stand mit Recht in der Achtung seiner Geschäftsfreunde und Mitbürger [636] wieder höher als zuvor. War er schon vor der Katastrophe von 1857 der Vertreter seiner Wohngemeinde im Großen Rath des Cantons Aargau gewesen, so erhob ihn sein Wahlkreis nun in den Nationalrath (1866), aus dem sich I. aber schon nach zwei Amtsdauern wieder zurückzog, um sich ganz seinem stetig wachsenden Geschäfte zu widmen. Bei der Wiener Weltausstellung von 1873 fungirte er als Mitglied des Preisgerichts; bei der Pariser von 1878 trug sein Haus die goldene Medaille davon. Als der Tod ihn nach längerer Krankheit ereilte, stand sein Haus mit wenigen älteren Nebenbuhlern an der Spitze der weltbekannten aargauischen Strohindustrie. Dem Manne, der es gegründet und unter Stürmen auferbaut hatte, folgten die Liebe und Achtung Aller, die ihm im Leben nahe gestanden.