ADB:Jacobi, Eduard Adolf

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Artikel „Jacobi, Eduard Adolf“ von Albert Schumann in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 13 (1881), S. 576–577, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Jacobi,_Eduard_Adolf&oldid=- (Version vom 16. Juli 2019, 18:49 Uhr UTC)
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Jacobi: Eduard Adolf J., Sohn von Joh. Adolf J. (s. u.), geb. am 11. December 1796 zu Jena, erhielt seine Vorbildung unter der Leitung seines Vaters und auf dem gothaischen Gymnasium und besuchte seit 1814 die Universität Göttingen, um daselbst Theologie und Philologie zu studiren. Unter den Professoren zogen ihn Mitscherlich und Dissen besonders an, so daß er nach Ablauf seiner Studienzeit und nach Erlangung des Doctorgrades sich dem Lehrfache zuwandte und von 1817–19 am Göttinger Gymnasium den Unterricht im Griechischen ertheilte. Daneben war er noch als Hilfsarbeiter an der Universitätsbibliothek thätig. Zu Ostern 1819 wurde ihm die Stelle eines Oberlehrers und ersten Conrectors für die Fächer der alten Sprachen und des Deutschen am Gymnasium zu Rinteln übertragen. Damals empfing er auch die Ordination und entfaltete nun zugleich bei gelegentlichen Anlässen seine bedeutende Rednergabe auf der Kanzel. Diese seinen vielseitigen Anlagen entsprechende Wirksamkeit schloß 1828 mit der Berufung als erster Hofprediger nach Coburg. Hier beschäftigte ihn neben seinem geistlichen Amte noch die bei der Erziehung der Prinzen Ernst und Albert, des jetzt regierenden Herzogs und des verstorbenen Gemahls der Königin von England. Vier Jahre später wurde er zum Oberhofprediger und Oberconsistorialrath in Gotha befördert. Als im [577] Herbst 1833 F. W. Döring’s zunehmende Altersschwäche eine frischere Kraft für die Leitung des Gymnasiums zu erfordern schien, übernahm J. die Direction nebst einer Anzahl Lehrstunden in den Oberklassen und erfüllte diese freiwillig übernommenen Pflichten bis zum J. 1839 mit besonderem Geschick und seltener Uneigennützigkeit, indem er aus Pietät gegen seinen früheren Lehrer auf jeden Gehalt verzichtete. Ebenso leitete er 1845 ein halbes Jahr lang das durch anderweitige Anstellung seines Directors führerlos gewordene Realgynmasium und befestigte in dieser kurzen Zeit von Neuem das erschütterte Vertrauen zu der Anstalt. Nach der Aufhebung des herzoglichen Oberconsistoriums im J. 1858 trat er als Ministerialrath für Kirchen- und Schulwesen in einen seiner Neigung vollkommen zusagenden Wirkungskreis, der ihm zugleich hinreichende Muße gewährte, sich seinen Lieblingsstudien ungehindert zu überlassen. In dieser Stellung verblieb er bis zu seinem Tode, welcher am Morgen des 21. November 1865 erfolgte. Am 3. Februar des folgenden Jahres ehrten die Behörden, Lehrer und Schüler des Gymnasiums das Andenken des verdienten Mannes durch eine Gedächtnißfeier. – Jacobi’s Charakter war durchaus lauter und ehrenhaft. Liebenswürdig im Umgang und zuverlässig in seiner Freundschaft, zeichnete er sich nicht weniger durch reiches Wissen, feingebildeten Geschmack und poetische Begabung aus. Wenn er es trotz seiner umfassenden Kenntnisse nicht zu zahlreichen schriftstellerischen Leistungen brachte, so war der Grund hiervon, daß sein nach möglichst allseitiger Erkenntniß verlangender Geist der Beschränkung auf ein einzelnes wissenschaftliches Gebiet sich nur ungern fügte. Außer einigen bei wichtigen Anlässen seines engeren Vaterlandes gehaltenen Predigten und verschiedenen Aufsätzen in philologischen Zeitschriften sind von ihm im Drucke erschienen: „Adnotationes quaedam ad Platonis Phaedonem“ (Gymnasialprogramm, Rinteln 1820), ferner ein „Handwörterbuch der griechischen und römischen Mythologie“ (2 Abthlgn. 1830–35), das wegen seiner Reichhaltigkeit und Gediegenheit von Th. Bernard unter dem Titel: „Dictionnaire mythologique universel“ (Paris 1846) ins Französische übersetzt wurde, und endlich die kurze, aber feinsinnige Charakteristik: „Eine Bemerkung über Goethe zum 28. August 1849“. Von dem Werke der Madame Necker de Saussure: „Die Erziehung des Menschen auf seinen verschiedenen Altersstufen", dessen zwei erste Theile A. v. Hogguer und K. v. Wangenheim besorgten, übersetzte er den dritten Theil, welcher auch den besonderen Titel führt: „Die Erziehung des weiblichen Geschlechtes“ (1839 bis 1840).

Allgemeine Zeitung (Augsburg) Nr. 327 vom 23. November 1865. – K. Regel, Eduard Adolf Jacobi. Rede bei der am 3. Februar 1866 zu seinem Andenken veranstalteten Gymnasialfeier. Gotha 1866. – Programm des herzogl. Gymnasium Ernestinum zu Gotha. Gotha 1866 S. 25. – Vgl. außerdem: Allgem. Litteratur-Zeitung vom J. 1821, 1. Bd. (Halle u. Leipzig 1821), Nr. 56 Sp. 447.– Programm des herzogl. Realgymnasiums zu Gotha, herausgeg. zu Michaelis 1847. Gotha S. 18. – Ph. H. Welcker, Abschiedsworte, nachgerufen dem herzogl. Ministerialrath Dr. Ed. Ad. Jacobi. (Gotha 1865. – Gedicht.)