ADB:Jacobs, Friedrich Wilhelm Josias

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Artikel „Jacobs, Friedrich Wilhelm Josias“ von Albert Schumann in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 13 (1881), S. 613, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Jacobs,_Friedrich_Wilhelm_Josias&oldid=- (Version vom 20. Juli 2019, 16:16 Uhr UTC)
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Jacobs: Friedrich Wilhelm Josias J., Arzt, ältester Sohn des Philologen Jacobs (s. o.), geb. den 24. März 1793 zu Gotha, erhielt den ersten Unterricht im elterlichen Hause und von Privatlehrern und besuchte dann das Gymnasium bis zur obersten Klasse. Nach der Berufung seines Vaters an die Münchener Akademie (1807) wurde er wegen seiner Neigung zur Landwirthschaft einer Pension in Genf anvertraut, welche er später mit dem Fellenberg’schen Institut in Hofwyl vertauschen sollte. Die Liebe zu jenem Fache verlor sich jedoch wieder, und so trat er 1811, nach der Rückkehr seines Vaters in die Heimath, abermals auf kürzere Zeit in das gothaische Gymnasium ein und studirte hierauf seit Michaelis 1813 in Göttingen Medicin. Die damalige Begeisterung für die Befreiung Deutschlands vom französischen Joche ergriff auch ihn, und nur die Erwägung, daß bereits zwei seiner Brüder dem Kriegsrufe gefolgt waren, vermochte ihn vom Eintritt in das Heer zurückzuhalten. Nach abgelegter Promotion verließ er Göttingen im Frühling 1816 und besuchte zu seiner weiteren Ausbildung die anatomischen und klinischen Anstalten in Würzburg, München und Wien. An dem erstgenannten Orte vollendete er auch die Zeichnungen zu seiner Dissertation „Talpae europaeae anatome“, welche inzwischen zu Jena gedruckt wurde. Nach fast einem Jahre kehrte er nach Gotha zurück und ließ sich dort als praktischer Arzt nieder. Seine Mußestunden füllte er mit dichterischen Arbeiten und philologischen Studien aus. Beiträge der ersteren Art brachten von ihm die Taschenbücher „Urania“ und „Minerva“: jenes (Jahrg. 1821, S. 449–509) eine poetische Erzählung in drei Gesängen und in Octaven, „Der Ring“ betitelt, dieses (Jahrg. 1823, S. 461–472) einen „Rosenkranz“ von zwölf Sonetten. Seine Vorliebe für die Reitkunst veranlaßte ihn zu einer Uebersetzung von Xenophon’s bekannter Schrift über diesen Gegenstand. Sie erschien, mit einem Commentare ausgestattet, 1825 zu Gotha, und es gereicht dieser Arbeit zur Ehre, daß sie bisweilen irrig seinem Vater zugeschrieben wird. Weitere litterarische Pläne, mit denen er sich trug, kamen nicht zur Ausführung, weil sein bisher gesunder Körper im Sommer 1822 plötzlich von der Epilepsie befallen wurde, die trotz wiederholter Badecuren seine Kräfte nach und nach erschöpfte. Als auch der Besuch des Seebades Scheveningen im Sommer 1829 ohne Erfolg geblieben war, übergaben ihn die Seinen dem Großherzoglichen Krankeninstitut zu Jena. Dort erlag er der heimtückischen Krankheit am 29. Juli 1833 Abends. – In seinen „Personalien“ hat ihm Friedrich Jacobs ein schönes Denkmal väterlicher Liebe gestiftet. Die Jugendschrift „Allwin und Theodor“ verfaßte derselbe eigens für diesen Sohn und beschenkte ihn an seinem neunten Geburtstage damit.

Friedrich Jacobs, Vermischte Schriften. 7. Bd.: Personalien. Leipzig 1840. S. 556–570, 46 u. 265. – Meusel, Gel. Teutschland. Bd. 18, S. 247 u. Bd. 23, S. 7.