ADB:Jahn, Johann Christian

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Artikel „Jahn, Johann Christian“ von Karl Felix Halm in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 13 (1881), S. 667–668, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Jahn,_Johann_Christian&oldid=- (Version vom 17. Juli 2019, 10:51 Uhr UTC)
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Jahn: Johann Christian J., Philolog und Schulmann, geb. am 15. Januar 1797 zu Stolzenhain bei Elsterwerda in der preußischen Provinz Sachsen, † am 19. September 1846. Da sein Vater, ein wenig bemittelter Landmann, sich lange geweigert hatte, ihn studiren zu lassen, trat er erst 1812 schwach vorbereitet in die Fürstenschule zu Meißen ein, wo er lange kaum fortkommen konnte, aber gefördert durch den anregenden Unterricht von Weichert und Weiske zuletzt alle Hindernisse überwand. Im J. 1818 bezog er die Universität Leipzig; fast völlig mittellos mußte er sich, da sein Vater im Kriege 1813 verarmt und bald darauf gestorben war, durch Privatunterricht seinen Unterhalt kümmerlich verschaffen. Zunächst hatte er sich der Theologie gewidmet, aber mit Spohn näher bekannt geworden entschied er sich zum Studium der Philologie. Schon im zweiten Jahre seiner Universitätszeit 1819 erhielt er eine außerordentliche Collaboratorstelle an der Thomasschule, die ihn vor Nahrungssorgen deckte und zugleich es möglich machte, seine Studien an der Universität fortzusetzen. Nachdem er sich durch die Besorgung der dritten Gierig’schen Ausgabe von Ovid’s Metamorphosen (Leipzig 1821–23, 2 Bde.) bereits vortheilhaft als gelehrter Philolog bekannt gemacht hatte, wurde er durch die Empfehlung seines ehemaligen Lehrers Weichert, der inzwischen Rector in Grimma geworden, 1823 zum Adjuncten daselbst ernannt, welche Stelle er 1825 aufgab, als ihm der unternehmende Buchhändler B. G. Teubner die Redaction seiner Classikerausgaben übertrug, für welche er selbst den Horaz und Virgil besorgt hat. Bald nach seiner Uebersiedelung nach Leipzig habilitirte er sich 1826 an der Universität durch Vertheidigung der Abhandlung „de Ovidii et Sabini epistolis“. Noch mehr fesselte ihn an das Teubner’sche Haus die auf Passow’s Anregung erfolgte Begründung der Jahrbücher für Philologie und Pädagogik, für deren Redaction er als die geeignetste Persönlichkeit erkannt wurde. Was er als Leiter dieser einflußreichen Zeitschrift, welche alle früheren Unternehmungen der Art in Schatten stellte, geleistet hat, läßt sich am besten erkennen, als dieselbe nach Jahn’s frühzeitigem Tode fast ein Decennium lang wie verwaist erschien, bis sie im J. 1855 in noch bessere Hände kam. Seine Thätigkeit an der Universität, an der J. besonders über Dichter der augusteischen Zeit mit Beifall gelesen hatte, stellte er ein, als ihm 1828 der Stadtrath zu Leipzig die erledigte Collaboratorstelle an der Thomasschule übertrug; 1835 rückte er zum Conrector vor, welche Stelle er bis zu seinem Lebensende bekleidet hat. – Außer zahlreichen Recensionen und Berichten in den Jahrbüchern, für deren Vervollkommnung er rastlos thätig war, begann J. eine kritische Ausgabe des Ovidius, von der 1828–1832 zwei Bände erschienen sind; auch besorgte er, ohne seinen Namen zu nennen, eine Ausgabe der Tristia mit deutschen Noten [668] (Leipzig, bei Schwickert 1829), die als Muster einer Schulausgabe zu betrachten ist. Selbst den Bearbeitern der Bibliotheca auctorum classicorum von Enslin-Engelmann ist unbekannt geblieben, daß der Herausgeber dieses vortrefflichen Buches der bescheidene J. gewesen ist.

Conversationslexikon der Gegenwart, Bd. 2 (1839), S. 1128 ff. R. Dietsch in den Jahrbüchern für Philologie u. Pädagogik, Bd. 50 (1847), S. 472 ff.