ADB:Johann Adolf (Herzog von Schleswig-Holstein-Plön)

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Artikel „Johann Adolph, Herzog zu Schleswig-Holstein-Plön“ von Karl Sommeregger in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 50 (1905), S. 684–686, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Johann_Adolf_(Herzog_von_Schleswig-Holstein-Pl%C3%B6n)&oldid=- (Version vom 17. September 2019, 03:28 Uhr UTC)
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Johann Adolph, Herzog zu Schleswig-Holstein-Plön, von 1634 bis 1704, kaiserlicher Feldmarschall, wurde als ältester Sohn des Herzogs [685] Joachim Ernst am 8. April 1634 auf dem Schlosse Ahrensböck geboren. Von seinem 15. bis 20. Lebensjahre machte er die sogenannte Fürstenschule durch, die sein Vater in Reinfeld gegründet hatte und reiste dann, um das Kriegshandwerk praktisch zu erlernen, zuerst nach den spanischen Niederlanden und später nach Ungarn, wo er schon 1664 als kaiserlicher Oberst an dem Feldzuge wider die Türken theilnahm. Am 18. Juli 1664 wurde er in Würdigung seiner tapferen Dienstleistung zum Generalmajor befördert. Am 10. Januar 1668 zum Inhaber des Cürassierregiments Pfalz-Sulzbach (1679 aufgelöst) ernannt und am 31. December 1668 zum Feldmarschalllieutenant befördert, blieb er bis 1670 mit seinem Regimente, welches zum Unterschiede von jenem des Philipp Ludwig Herzog zu Holstein „Jung-Holstein“ genannt wurde, in Ungarn und rückte mit letzterem 1670 nach Schlesien ab. Nach dem Tode seines Vaters im J. 1671 wurde er Souverän der holsteinischen Besitzungen seiner Linie mit Plön als Hauptstadt. Er überließ einstweilen seiner Mutter die Regierung und verblieb selbst in Schlesien. Als im J. 1674 die braunschweigischen Herzoge ein Contingent zu dem gegen die Franzosen ausziehenden Reichsheere stellten, wurde ihm als Feldmarschall und Commandirenden des braunschweigischen Corps der gemeinsame Oberbefehl über die Truppen von Wolfenbüttel und Celle übertragen. Bei Frankfurt vereinigte er sein Corps mit den Kaiserlichen und den anderen deutschen Landestruppen, woselbst auch sein kaiserliches Regiment bereits eingetroffen war. Schon in der Schlacht bei Entzheim am 4. October 1674 kämpften die Braunschweiger mit größter Tapferkeit und Zähigkeit, angefeuert durch das glänzende Beispiel ihres Führers, des Herzogs von Holstein. Es gelang ihnen, die Dragoner- und Musketier-Peloton’s aus dem Walde bei Entzheim hinauszuwerfen und dadurch einen günstigen Ausgang der Schlacht herbeizuführen. Noch im October desselben Jahres erhielt J. A. ein Dankschreiben des Kaisers für sein und seines Regimentes Wohlverhalten in dem Treffen bei Entzheim, sowie die Anerkennung, daß er ihn und sein Regiment auch nach der Annahme des Commandos über die braunschweigischen Truppen in wirklichen kaiserlichen Diensten belasse. Ebenso zeichnete sich der Herzog mit seinem Corps im Feldzuge 1675, insbesondere in der Schlacht an der Conzer Brücke am 11. August und 1676 bei der Belagerung von Philippsburg aus. In Würdigung seiner tapfer und treu geleisteten Kriegsdienste und seiner steten Anhänglichkeit an das Kaiserhaus beförderte ihn der Kaiser noch am 3. März 1676 zum kaiserlichen Feldmarschall. Am 17. März desselben Jahres resignirte J. A. als Inhaber seines kaiserlichen Regiments. Er lehnte jedoch nie, wie behauptet wird, die Ernennung zum kaiserlichen Feldmarschall ab, sondern wurde im Gegentheil, wie viele Acten aus den Jahren 1674 und 1675 beweisen, wiederholt um sein Avancement in kaiserlichen Diensten bittlich. – Als sich im J. 1676 auch Dänemark an dem Kriege betheiligte, wurde J. A. von dem Könige Christian V. zum Oberfeldmarschall in dänischen Diensten ernannt, eine Charge, die niemand als er je bekleidet hat; gleichzeitig wurde er Chef des Regiments, das sein eben verstorbener Bruder Bernhard innegehabt hatte. Mit der ihm eigenen Energie und seinem großen administrativen Talent nahm sich J. A. der Kriegsbereitschaften in Dänemark an und galt bald als erster Berather des Königs. Nachdem die dänische Flotte ausgelaufen war und sich mit der holländischen Hülfsflotte vereinigt hatte, wurde der größte Theil von Schonen in kurzer Zeit erobert. Helsingborg fiel am 4. Juli, Landskrona am 11. Juli, Christianstadt am 15. August. 1677 kehrte der Herzog wieder nach Plön zurück, blieb jedoch nach wie vor ein treuer militärischer und politischer Berather des Königs von Dänemark. Erst im J. 1684, als J. A. als Generalfeldmarschall [686] und Gouverneur in Maastricht in die Dienste der Generalstaaten trat, löste er sein Verhältniß zu Dänemark. Als eine seiner Thaten mag hier die Eroberung von Huy 1694 genannt werden; der Friede von Ryswick 1697 beschloß seine kriegerische Laufbahn.

Die innere Regierung seines kleinen Fürstenthums war in hohem Maße Gegenstand der eifrigen und verständigen Fürsorge des Herzogs. Er bemühte sich, der Industrie vorwärts zu helfen und trat aus handelspolitischen Gründen als eine Art Protector seines Nachbars Lübeck auf. Seine Hauptstadt vergrößerte er durch die sogenannte Neustadt und baute viele Kirchen, Armen- und Waisenhäuser. Am 2. Juli 1704 beschloß er auf dem Landsitz Ruheleben sein wirksames Leben.

J. A. hatte am 4. April 1678 Dorothea Sophie von Braunschweig-Wolfenbüttel (geboren am 17. Januar 1653), Tochter des Herzogs Rudolf August, geheirathet. Aus dieser Ehe entsprossen drei Söhne, von denen der letzte drei Monate nach des Vaters Tode starb; die Gemahlin Joh. Adolph’s überlebte ihn bis 21. März 1722. Die männlichen Nachkommen sind mit seinem Enkel und Nachfolger Leopold August (geboren am 11. August 1702, † am 4. November 1706) ausgestorben, worauf die plönischen Lande Joachim Friedrich von Norburg zufielen.

Acten des k. u. k. Kriegs-Archivs. – O. Elster, Geschichte d. Truppen im Herzogthum Brauschweig-Wolfenbüttel. – Dansk biografisk Lexikon redg. of E. F. Bricka Bd. 8, S. 498.