ADB:Johannes von Hildesheim (2. Artikel)

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Artikel „Johann von Hildesheim“ von Friedrich Philippi in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 50 (1905), S. 686, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Johannes_von_Hildesheim_(2._Artikel)&oldid=- (Version vom 24. April 2019, 08:35 Uhr UTC)
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Johann von Hildesheim,[WS 1] Carmeliter, trat in das 1316 gestiftete Kloster Marienau bei Koppenbrügge (Provinz Hannover), erhielt seine wissenschaftliche Ausbildung hauptsächlich in Avignon unter dem späteren lateinischen Patriarchen von Constantinopel Petrus Thomas; er blieb dort mindestens bis 1351, wahrscheinlich aber bis 1359, nachdem er selbst als Lehrer an der Carmeliterschule in Avignon thätig gewesen war. In der Heimath scheint er, wie sein Briefwechsel und seine Vermittlung in einem Streite zwischen dem Bischofe von Hildesheim und den Herzögen von Braunschweig beweist, eine bedeutende Stellung eingenommen zu haben. 1367 war er, wol in Angelegenheiten seines Ordens, in Rom, übernahm dann als dritter Prior die Leitung seines Klosters und starb nach den Angaben auf seinem nicht mehr vorhandenen Leichensteine am 5. Mai 1375. Außer seinen Prosaschriften De fonte vitae, De Antichristo, Contra Judaeos, Contra quendam turpia pingentem und den Versen de modernis monstruosis abusionibus, welche nur theilweise gedruckt sind, hat er die Vita trium Regum, die „Legende von den heiligen drei Königen“ verfaßt, welche s. Z. Goethe’s Aufmerksamkeit erregte und von Schwab und Simrock übersetzt und bearbeitet wurde, nachdem sie schon im 15. Jahrhundert mehrfach gedruckt und übersetzt war. Die Schrift ist gewidmet an Florenz von Wevelinghoven, Bischof von Münster (1364–1379), welcher früher Unterdechant in Köln gewesen war, und daher wol auch den Johannes v. H. zu der Zusammenstellung der Schrift veranlaßt hatte. Goethe urtheilte darüber: „ich meine nicht, daß irgend etwas Anmuthigeres und Zierlicheres dieser Art mir in die Hände gekommen. Weder Pfaffenthum, noch Philisterei, noch Beschränktheit ist zu spüren“.

H. Usener, Religionsgeschichtliche Untersuchungen II. Bonn 1889, S. 7–15. – G. Schwab, Die Legende von den heiligen Drei Königen von Johann von Hildesheim. Stuttgart 1822. – Nordhoff, Denkwürdigkeiten aus dem Münsterschen Humanismus, S. 29 Anmerkung.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Über diese Person existiert in Band 14 ein weiterer Artikel.