ADB:Junkheim, Johann Zacharias Leonhard

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Artikel „Junkheim, Johann Zacharias Leonhard“ von Johann Jakob Herzog in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 14 (1881), S. 737–738, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Junkheim,_Johann_Zacharias_Leonhard&oldid=- (Version vom 23. Mai 2019, 19:45 Uhr UTC)
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Junkheim: Johann Zacharias Leonhard J. verdient eine Stelle in der Allgemeinen deutschen Biographie in Betracht seiner Verdienste um Kirche, Gymnasien und Schulen in dem Fürstenthum Onolzbach, insbesondere um die Universität Erlangen. Er wurde am 8. September 1729 in Ansbach geboren, wo sein Vater Johann J. fürstlich Ansbachischer Kammerdiener und Mundschenk war. Er studirte Theologie 1747–1750 in Göttingen, mit Unterbrechung eines Semesters, das er auf der Universität Helmstädt zubrachte, die sich durch eine freiere Richtung auszeichnete. In Göttingen hatte er an Mosheim, an den er [738] sich vorwiegend hielt, einen vorzüglichen Lehrer. Durch Professor Geßner befestigte er sich in seiner classischen Bildung, die ihm bald für seine Laufbahn sehr förderlich werden sollte. Er wurde darauf 1752 in Ansbach Candidat des Predigtamtes, im J. 1754 Vicar an der Hauptkirche, 1757 Conrector des Gymnasiums, im J. 1760 Rector desselben Gymnasiums daselbst. In dieser Zeit verfaßte er mehrere Programme, vier über den Theologen und Consistorialrath Laelius in Ansbach zu Anfang des 17. Jahrhunderts, dazu ein Programm „De providentia divina“. Im J. 1763 wurde er Schloßprediger bei der verwittweten Frau Markgräfin Friederika Louisa und zugleich Pastor in Schwaningen, wo der fürstliche Wittwensitz war. In den damaligen theologischen Bewegungen, die eine Revolution anbahnten, nahm er eine mittlere Stellung ein zwischen denen, „die mit allzu kühnen Meinungen hervortraten und anderen, die über Gefahr der reinen Grundbegriffe der christlichen Religion ein Geschrei erhoben“. Er wählte sich hauptsächlich Ernesti zum Führer. Bald wurde ihm die Veranlassung gegeben, eine für das ganze Land wichtige Thätigkeit zu entfalten. Der neue Fürst, der 1769 die Regierung antrat, ließ es sich sehr angelegen sein, die Universität Erlangen zu heben und Alles so anzuordnen, „daß sie eine wahre Schule der Weisheit und Tugend sein möchte“. J. gehörte zu den Männern, denen dieses Geschäft aufgetragen wurde. Von dieser Zeit an hat er 20 Jahre lang das Gedeihen dieser Universität zu befördern gesucht. Die ganze Methode des theologischen Studiums erhielt vom J. 1770 an eine andere Gestalt. Exegetische Vorlesungen über das Alte und Neue Testament wurden viel häufiger als vorher besucht. Der Plan, nach welchem die Studirenden ihre Arbeiten einrichten sollten, wurde von J. entworfen. Derselbe hat auch nach einem vom Hofrath Harleß übergebenen Entwurfe den Plan zu dem bald aufblühenden philologischen Seminar in Erlangen ausgearbeitet. J. wurde mit einigen erfahrenen Schulmänner dazu ausersehen, dem Ansbacher Gymnasium eine verbesserte Einrichtung zu geben. Um diese Zeit gab er seine wichtigste Schrift heraus (1774), „Von dem Uebernatürlichen in den Gedankenwirkungen“. Am 5. December d. J. wurde er Oberhof- und Stiftsprediger, Kirchen- und Consistorialrath, bald darauf erhielt er von der theologischen Facultät in Erlangen das theologische Doctordiplom. In diesem neuen Wirkungskreise, wozu noch gehört seine im J. 1775 erfolgte Ernennung zum Generalsuperintendenten, verdoppelte er seine Thätigkeit. Das von ihm in Gemeinschaft mit dem Dichter Uz verfertigte neue Ansbacher Gesangbuch galt damals als eines der besten. Durch die Synodalfragen, die er als Generalsuperintendent jährlich zu schreiben hatte, setzte er die Geistlichkeit im ganzen Lande in eine wohlthuende, anregende Bewegung. Die ihm untergebenen Pfarrer behandelte er mit Liebe, die von ihrer Seite durch treue Gegenliebe vergolten wurde. Er war auch Mitglied der Schuldeputation, welche die Grundlage zu einem Schullehrerseminar in Ansbach legen sollte. Er starb 1790. Er hinterließ eine Wittwe und eine einzige Tochter Sophie Charlotte.

Nach handschriftlichen Aufzeichnungen von Dr. G. J. Seiler, Professor der Theologie in Erlangen seit 1770, betitelt: Junkheims Charakter und Verdienste.