ADB:Königsmarck, Konrad Christoph Graf von

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Artikel „Königsmark, Kurt Christoph Graf von“ von Karl Ernst Hermann Krause in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 16 (1882), S. 531–532, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:K%C3%B6nigsmarck,_Konrad_Christoph_Graf_von&oldid=- (Version vom 20. Juni 2019, 07:32 Uhr UTC)
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Königsmark: Kurt Christoph Graf von K., Sohn des Grafen Hans Christoph von K. (s. o.), ist 1634 geboren, wahrscheinlich als zweiter, wenigstens wenn der 1650 zu Rotenburg an der Tauber durch einen Sturz vom Pferde gestorbene Johann Christoph von K. der älteste war. Trotz des Krieges war er wissenschaftlich erzogen, trat aber früh in das schwedische Heer, nahm 1656 an der blutigen Schlacht bei Warschau und 1658 unter Karls X. Führung am Uebergang über den gefrorenen Belt nach Fühnen Theil, wurde aber dort von den Dänen gefangen und kam erst nach dem Frieden von Roeskilde frei. Nach seines Vaters Tode war er Vicegouverneur der Herzogthümer Bremen und Verden und Commandant zu Stade. Bei der Belagerung von Bonn wurde er am 31. October (10. Novbr.) 1673 durch einen „unglücklichen“ Kanonenschuß getödtet, anscheinend also von befreundeter Seite. Angeblich stand er, obwol noch schwedischer Vicegouverneur, im Dienste der Generalstaaten, was kaum zu glauben, da Schweden im sogen. holländischen Kriege zunächst mit Frankreich verbündet war. Im Mai 1674 scheint die Leiche in Stade beigesetzt zu sein, das Grab litt dieselben Verwüstungen, wie das des Vaters. Aus der Theilung von seines Vaters Nachlaß besaß er namentlich das Schloß zu „Kochs Hof“ im Altenlande und ein Haus zu Stade; dazu die Hälfte des gesammten Erbes; von seinem Reichthum machte er manche mildthätige Geschenke, so für die 1659 abgebrannten Stader Kirchen; den enormen Vermögensverlust durch die schwedische Güterreduction 1680 erlebten erst seine Nachkommen. Der „Fruchtbringenden Gesellschaft“ gehörte er an unter dem Namen „Der Hochgeneigte“. Vermählt war der stattliche Mann mit der schönen Maria Christine Wrangel, geb. am 28. August (7. Sept.) 1628, der Tochter des Reichsraths und Feldmarschalls Grafen Hermann Wrangel, der Haus und Amt Bremervörde aus den condonirten Gütern zu Lehen besaß. Ihre Mutter war die Gräfin Amalie Magdalena von Nassau-Siegen. Sie zog nach des Grafen Tode nach Stockholm wo sie am 17. (27.) Decbr. 1691 starb. Der Tübinger Kanzler Dr. Johann Friedrich Cotta (Allg. d. Biogr., Bd. IV. S. 526) hatte in seinen „Anm. zu Dr. Johann Gerhards Loci theol.“ im 15. Bande behauptet, der Pfortaer Rector Johannes Lyser habe seine Vertheidigung der Vielweiberei in dem 1676 angeblich zu „Freyburg“, thatsächlich aber zu Amsterdam gedruckten Discursus politicus de polygamia für den seiner Gattin, geb. v. Wrangel, überdrüssigen Grafen von K. geschrieben. Pratje hat das aufgenommen; aber K., der allein eine Wrangel zur Frau hatte, war schon 1673 gefallen. Cotta mag darauf gekommen sein, weil der Bremen-Verden’sche Generalsuperintendent Diecmann (Allg. d. Biogr., Bd. V. S. 118) heftig gegen Lyser auftrat, als dieser seinen Discurs, den er selbst vertrieb, in Stade verkaufte. K. hinterließ vier ihrer Schönheit und Stattlichkeit wegen berühmte Kinder: den abenteuerlichen [532] Karl Johann, geboren am 5. (15.) Mai in Nyborg auf Fühnen, während seines Vaters Gefangenschaft, den durch seine Beseitigung in Hannover berühmt gewordenen Philipp Christoph, geb. 1662, Maria Aurora, die Maitresse Augusts von Sachsen, nach Stader Quellen geboren vor 1665, vermuthlich 1663, und älter als ihre ebenfalls vor oder spätestens 1665 geborene Schwester Wilhelmine Amalie. Diese starb als Wittwe des 1703 in Hamburg verstorbenen sächsischen Generals der Infanterie, Grafen Karl Gustav Löwenhaupt, vermuthlich erst 1737. Der Sohn des letzteren, der schwedische Reichsmarschall Graf Karl Emil v. Löwenhaupt wurde 1743[WS 1] wegen der verlorenen Schlacht von Wilmanstrand und der übereilten Uebergabe von Helsingfors an die Russen mit dem General Buddenbrock enthauptet. Wilhelmine Amalie lebte in ziemlich zerrütteten Verhältnissen in Bederkesa, in den hannöverschen Akten öfter als „die alte Löwenhauptsche“ genannt. Ob eine Maria Dorothea d’Hollande v. K., welche sich 1723 wegen Erbansprüche ihres Vaters an die hannoversche Regierung wandte, zu einer von Kurt Christoph v. K. oder von Otto Wilhelm v. K. herstammenden illegitimen Linie gehörte, ist nicht festzustellen.

Quellen unter Hans Christoph Grafen von Königsmark. Wegen Lysers (Pratje): Altes und Neues, 12, 208 f.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: 1753