ADB:Kleist, Ewald Jürgen von

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Artikel „Kleist, Ewald Georg von“ von Eugen Lommel in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 16 (1882), S. 112–113, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Kleist,_Ewald_J%C3%BCrgen_von&oldid=- (Version vom 16. September 2019, 05:02 Uhr UTC)
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Kleist: Ewald Georg v. K., Sohn von Ewald Joachim v. K., hinterpommerschem Landrath und Erbherrn auf Vitzo, studirte zu Leiden, war von 1722–47 Dechant des Domcapitels zu Kammin an der Divenow in Pommern und hierauf Präsident des königl. Hofgerichts zu Cöslin. Er war Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Er starb (zu Cöslin?) am 11. Decbr. 1748 in einem Alter von 40 und etlichen Jahren. Am 11. Oct. 1745 erfand er die elektrische Verstärkungsflasche (Kleist’sche oder Leidener Flasche). Er hatte [113] nämlich einen eisernen Nagel in ein Medicinglas gesteckt, und näherte diesen, während er das Glas in der Hand hielt, seiner aus einer geriebenen Glaskugel bestehenden Elektrisirmaschine. Als er nun den Nagel mit der anderen Hand anfaßte, bekam er zu seinem Schreck einen starken Schlag. Diese und andere Beobachtungen theilte er sogleich mehreren Personen mit, namentlich am 4. Nov. dem Dr. Lieberkühn in Berlin, der auch alsbald der Berliner Akademie davon Bericht erstattete; ferner am 28. Nov. dem Prediger Swietlicki in Danzig, der die dortige naturforschende Gesellschaft davon in Kenntniß setzte; bald darauf auch dem Professor der Medicin, Joh. Gottlob Krüger zu Halle, der die Entdeckung in seiner Geschichte der Erde (1746) veröffentlichte. Wenig später wurde dieselbe Erfindung auch von dem Privatmann Cunaeus in Leiden gemacht, und zu Anfang des J. 1746 von Musschenbroek an Nollet in Paris mitgetheilt, welcher dem Apparat den Namen „Leidener Flasche“ beilegte, der auch in Deutschland die den ersten Erfinder ehrende und darum berechtigtere Bezeichnung „Kleist’sche Flasche“ nahezu verdrängt hat.

C. W. Haken, Versuch einer diplomatischen Geschichte von Cöslin, Lemgo 1765. Poggendorff, Geschichte der Physik, Leipzig 1879.