ADB:Krag, Andreas

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Krag, Andreas“ von Carl von Prantl in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 17 (1883), S. 21, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Krag,_Andreas&oldid=3419928 (Version vom 20. September 2018, 15:17 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Band 17 (1883), S. 21 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Andreas Krag in der Wikipedia
GND-Nummer 119733528
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|17|21|21|Krag, Andreas|Carl von Prantl|ADB:Krag, Andreas}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=119733528}}    

Krag: Andreas K., geb. 1558 in Ripen (auf der jütischen Westküste Schleswigs), † am 8. Juni 1600 in Kopenhagen, fand nach dem frühen Tode seines Vaters Pflege und Unterstützung durch den Propst Mulenius und den Superintendenten Matthiä, mit welch letzterem, da derselbe Bischof von Seeland geworden, er nach Kopenhagen ging (1569); dort erhielt er den Vorbereitungsunterricht und wirkte auch einige Zeit als Lehrer an einer der niederen Schulen, dann aber (1580) bezog er die Universität Wittenberg, wo er zwei Jahre verweilte und die Magisterwürde erlangte; indem er sich nun zum Studium der Medicin wandte und dabei Gelegenheit fand, als Begleiter einiger adeliger Studirender zu reisen, besuchte er zunächst Tübingen, dann Basel, Straßburg, Genf und schließlich Montpellier, wo er am 1. August 1585 den medicinischen Doctorgrad erwarb. Von dort nach Kopenhagen zurückgekehrt, trat er (noch 1585) als Docent an der Universität auf und erhielt 1587 eine Professur für Pädagogik, welches Fach er 1589 mit dem der Mathematik und 1590 mit jenem der Physik vertauschte. Von nun an warf er sich in seinen Studien hauptsächlich auf die Verbindung der Alchimie mit der Arzneimittellehre und schädigte hierbei durch häufige Destillationsversuche seine Gesundheit, so daß er einem Brustleiden erlag. Er schrieb „Rameae scholae et defensio Petri Rami“ (1582), worin er in heftiger Polemik gegen den Tübinger Physiker Liebler die anti-aristotelische Richtung des Petrus Ramus weitschweifigst vertheidigte, dann „Aristotelica et Ramea de insidiosis sophistarum simulationibus institutiones breves“ (1583), d. h. einen kurzen Auszug aus der aristotelischen Schrift Sophistici Elenchi und desgleichen aus des Ramus Bearbeitung derselben; aus der gleichen Begeisterung für Ramus ging hervor: „Horatii ars poëtica iuxta Rami dialecticam resoluta“ (1583). Dem dankbaren Andenken an seine medicinischen Studien zu Montpellier ist gewidmet „Laurea Apollinea Monspeliensis“ (1586), worin er auf Grundlage des Galenus und Hippokrates (nicht aber des Avicenna) sich über Aderlassen, Giftwirkungen, Ernährung, Unterleibskrankheiten, Epilepsie u. s. f. äußerte, zugleich aber viele ramistische gegen Aristoteles gerichtete Thesen einflocht (dieselben erschienen auch als „Theses de artium principiis“, 1593); seiner erwähnten Lieblingsrichtung gehören an: „Epistolae de chymicis remediis“ (1600). Auch gab er heraus seines Freundes Jac. Matthiä „Doctrina de concionandi ratione“ (1589), sowie desselben „Praelectiones in Joëlis prophetiam“ (1589). Außerdem wird erwähnt, daß er den platonischen Dialog Parmenides mit Anmerkungen (1598) veröffentlicht habe.

Joh. Moller, Cimbria literata, Vol. I, p. 312 f. Vinding, Regia Academia Havniensis. p. 154 ff.