ADB:Kraus, Felix Ritter von

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Artikel „Kraus, Felix Ritter von“ von Hermann Frölich in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 17 (1883), S. 68, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Kraus,_Felix_Ritter_von&oldid=- (Version vom 19. Juni 2019, 03:16 Uhr UTC)
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Kraus: Felix Ritter v. K., Dr. med., Generalstabsarzt des k. k. österreichischen Heeres, geb. 1805 zu Hennersdorf in Schlesien, † am 28. Februar 1875 zu Wien. K. wurde nach den üblichen medicinischen Studien am 1. März 1825 Unterarzt, in demselben Jahre zum höheren Curse in die (militär-medicinische) Josephsakademie einberufen, daselbst am 23. März 1831 zum Dr. med. graduirt und zum Oberarzte befördert. Am 25. Febr. 1832 rückte er zum Regimentsarzte auf, 1850 zum wirklichen Stabsarzt, 1854 zum Leiter der Sanitätsdirection bei der dritten Armee, 1855 zum Oberstabsarzte erster Classe und am 1. Febr. 1865 zum Chef der 14. Abtheilung im Kriegsministerium, von welchem hohen Posten K. nach der aufreibenden Thätigkeit des Feldzugs 1866 am 1. März 1867 freiwillig geschieden ist. K. ist einer der bedeutendsten Militärärzte, welche den Sanitätsdienst des österreichischen Heeres geleitet haben. Die Aufmerksamkeit der wissenschaftlichen Welt lenkte er zunächst auf sich durch die Beantwortung der akademischen Preisfrage „Ueber Darmgeschwüre bei nervösen Fiebern“, für welche ihm 1836 der Preis zufiel, und durch seine Abhandlung „Eigentümlichkeiten und Krankheiten der Armee“, welche 1841 als gekrönte Preisschrift herausgegeben wurde. Ferner schrieb er 1854 die „Anleitung zum praktischen Militärsanitätsdienste im Felde“, 1858 „Die systematische Darstellung des Militärsanitätsdienstes“ etc. und 1861 „Das Kranken-Zerstreuungssystem“. Zu Kraus’ schriftstellerischer Befähigung gesellte sich in hohem Grade das organisatorische Talent. Feinfühlig und scharfsinnig wie er war, wurde er frühzeitig ein tiefer Kenner des österreichischen Militärsanitätswesens, dessen Mängel er nach unten und oben in seltenem Freimuthe bekämpfte und mit einer unerschöpflichen Arbeitskraft beseitigen half. Sein dauerndes Verdienst bleibt es, daß er die Einheit in der fachlichen Ausbildung der Militärärzte anbahnte, der Krankenbehandlung unter Zelten zuerst das Wort sprach und der Krankenzerstreuung zur durchschlagenden Anerkennung verhalf. An seinem Grabe rief den Angehörigen Kraus’ der Erzherzog Albrecht zu „Er war gleich ausgezeichnet als Arzt, wie als Mensch und Staatsdiener. Ich theile Ihren Schmerz“.

Vgl. Allgemeine militarärztliche Zeitung, Wien 1875, Nr. 10.