ADB:Krusemarck, Friedrich Wilhelm Ludwig von

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Artikel „Krusemarck, Friedrich Wilhelm Ludwig von“ von Paul Bailleu in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 17 (1883), S. 269–270, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Krusemarck,_Friedrich_Wilhelm_Ludwig_von&oldid=- (Version vom 6. Dezember 2019, 20:34 Uhr UTC)
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Krusemarck: Friedrich Wilhelm Ludwig v. K., geboren am 9. April 1767 als Sohn des preußischen General-Lieutenants Hans Friedrich von K., Adjutant des Feldmarschalls Möllendorf, wurde zuerst im J. 1802 nach Paris geschickt, um den Prinzen von Oranien in den Unterhandlungen wegen seiner Entschädigung zu unterstützen. Gegen Ende des J. 1805 erfolgte seine Sendung nach Hannover, wo er ohne Erfolg mit dem in Hameln commandirenden französischen General verhandelte. Im folgenden Jahre wurde er drei Mal (Juni, September, December) nach Petersburg, im Mai 1807 nach London geschickt, um die englische Regierung von dem Abschluß des Vertrags zu Bartenstein in Kenntniß zu setzen. Im October 1809 sandte ihn König Friedrich Wilhelm mit einem eigenhändigen Schreiben an Napoleon nach Paris. K. hatte den Auftrag, den Kaiser über die Haltung Preußens während des österreichisch-französischen Krieges aufzuklären und ihn gleichzeitig zur Herabsetzung der finanziellen Anforderungen zu bestimmen; er wurde jedoch, ohne in die Unterhandlung eintreten zu können, von Napoleon sogleich mit einem Schreiben an König Friedrich Wilhelm zurückgeschickt. Schon im December 1809 kam K. abermals nach Paris und wurde am 2. Januar 1810 zunächst als Geschäftsträger, am 28. Januar aber als außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister bei der französischen Regierung beglaubigt. Im Jahre 1812, bei der Unternehmung gegen Rußland folgte er dem Hauptquartier Napoleons bis Wilna, wo er mit andern Diplomaten bei dem Staatssekretär Maret zurückblieb. [270] Im Januar 1813 nach Paris zurückgekehrt, um den Anschein eines Festhaltens Preußens an der französischen Allianz zu erwecken, verließ er es nach der preußischen Kriegserklärung in den ersten Tagen des April und begab sich über Wien nach Breslau. Während des Krieges von 1813 und 1814 verweilte K. meist als preußischer Bevollmächtigter in dem Hauptquartier des Kronprinzen von Schweden; einige Zeit hindurch war er auch Militärgouverneur des Landes zwischen Elbe und Weser. Im December 1815 zum preußischen Gesandten in Wien ernannt, bekleidete er diese Stellung bis zu seinem am 25. April 1822 erfolgten Tode. – Im J. 1821 hat er Preußen auf dem Congreß in Laibach vertreten. – Ohne bedeutende staatsmännische Begabung zu besitzen, zeigte K. doch in seinen verschiedenen Missionen diplomatische Fähigkeiten und Gewandtheit.

Artikel Krusemarck in Potens Handwörterbuch der Militärwissenschaften VI, 77 (von Max Lehmann). Akten des Geh. Staatsarchivs in Berlin.