ADB:Kuen, Franz

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Artikel „Kuen, Franz“ von Paul Beck in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 17 (1883), S. 374–375, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Kuen,_Franz&oldid=- (Version vom 16. Juni 2019, 21:32 Uhr UTC)
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Kuen: Franz Martin K., Historienmaler, geb. den 8. Novbr. 1719 zu Weißenhorn, einem unweit Ulm gelegenen Städtchen im baierischen Schwaben, † den 30. Januar 1771, lernte bei seinem Vater, dem Maler Jakob K. in Weißenhorn, einem Schüler Bergmüller’s (Bd. II. S. 396) zu Augsburg (welch’ letzterer sich Karl Maratti zum Vorbild genommen hatte), wandte sich dann selbst nach Augsburg, dessen damalige Kunstakademie sich eines guten Rufes erfreute und genoß nun daselbst ebenfalls den Unterricht Bergmüller’s. Hierauf erhielt er von seinem älteren Bruder, dem gelehrten Prälaten Michael III. des Augustinerklosters zu den Wengen in Ulm (s. u.) behufs seiner weiteren Ausbildung die Mittel zu einer Kunstreise nach Italien, welche die besten Früchte trug. In seine Heimath zurückgekehrt, woselbst damals die malerische Ausschmückung der Kirchen und Klöster im reichen Rococostile herrschender Geschmack war, malte er zahlreiche Kirchen etc. meistens al fresco, vor allem die der Prämonstratenserreichsabtei zu Roggenburg bei Weißenborn – eine seiner gelungensten Arbeiten – dann die Wengenkirche in Ulm, den großartigen Bibliotheksaal im Benedictinerstifte zu Wiblingen, die Schloßkirchen von Illertissen und Erbach bei Ulm, die Gotteshäuser zu Krumbach und Mindelzell etc. So hatte er sich aus verhältnißmäßig beschränktem Wirkungeskreise heraufgearbeitet und sich mit der Zeit einen solchen Namen geschaffen, daß er 1771 den ehrenvollen Ruf als Akademiedirector nach Prag erhielt. Der Weg zum großen Künstler wäre ihm nun glücklich erschlossen gewesen, hätte ihn nicht ein tückisches Geschick jäh aus seiner Laufbahn herausgerissen. Auf der Reise an seinen neuen Bestimmungsort erlag er zu Linz dem Typhus. K. hinterließ einen Sohn, Konrad Leonhard K., ebenfalls einen Maler, dessen Wittwe später den 1750 in Altdorf geborenen, 1830 gestorbenen, bekannten Maler Konr. Huber ehelichte. Außer Huber zählte Joh. Bapt. Ochs, dessen beste Leistungen die Ausmalung des fürstlichen Saales zu Dischingen und des Werdenstein’schen Schlosses zu Delmensingen sind, zu seinen begabtesten Schülern. Der in Nagler’s Künstlerlexikon von der ganzen Kuen’schen Künsterfamilie einzig erwähnte Leonh. Kuhn (sollte heißen Kuen) ist der Sohn von F. M. K. und das unbedeutendste Mitglied derselben. – K. darf immerhin zu den bedeutenderen deutschen Meistern der zu seiner Zeit blühenden sogen. Zopfmalerei gerechnet werden, welchen sich zum mindesten lebendige Composition, vollendete Technik und glänzende Farbenpracht nicht absprechen läßt. Die Augsburger Schule verleugnet er in seinen Werken nicht; insbesondere hat er viel von der Malweise Bergmüller’s, ohne indeß denselben ganz zu erreichen; er malte viel – auch dann und wann im Porträtfach – durch die Verhältnisse gezwungen, oft nur zu viel, woraus sich [375] auch die Verschiedenheit seiner Leistungen, sowie die Flüchtigkeit erklärt, mit welcher einige derselben ausgeführt sind.

Hauptsächlich nach handschriftlichen Mittheilungen. Vgl. dazu Ladvocat, Hist.-biogr. Handwörterb. Th. V.