ADB:Lauffer, Johann Jakob

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Artikel „Lauffer, Johann Jakob“ von Emil Blösch in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 18 (1883), S. 42, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Lauffer,_Johann_Jakob&oldid=- (Version vom 16. Juli 2019, 00:33 Uhr UTC)
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Lauffer: Johann Jakob L., Geschichtschreiber, wurde 1688 in dem damals bernischen, jetzt aargauischen Städtchen Zofingen geboren. Zuerst besuchte er die verhältnißmäßig guteingerichteten Schulen seiner Vaterstadt, dann, als Student der Theologie, die Akademie in Bern und die Universitäten zu Halle und Utrecht, woran sich eine wissenschaftliche Reise in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden schloß. Eine philosophisch-theologische Abhandlung über die Thorheit der Gottesläugnung (Atheus amens) kam 1714 in Amsterdam heraus. Im J. 1718 wurde er in Bern Professor der „Geschichte und Eloquenz“. Als solcher war er der Lehrer Albrecht Haller’s und scheint überhaupt durch seine Vorträge das Interesse an dem Studium der Geschichte in weiterem Kreise geweckt zu haben. Eine Frucht dieser Anregungen war es, daß er 1724 von der Regierung den Auftrag erhielt, als Landeshistoriograph die nur bis 1616 geführte Stadtchronik bis auf die Gegenwart fortzusetzen. Er verfaßte nun seine „Beschreibung helvetischer Geschichten“, war aber erst bis zum Jahre 1656 gelangt, als am 23. Febr. 1734 ein unglücklicher Sturz von der Treppe seinem Leben ein Ende machte. Das Werk wurde in den Jahren 1736–38 in Zürich gedruckt in 18 Bänden, nebst 4 Bänden „Beiträge zur helvetischen Geschichte“ mit den urkundlichen Beilagen und Excursen. Der halbamtliche Charakter seiner Arbeit gab dem Verfasser die Möglichkeit zur Benutzung der öffentlichen Archive, legte ihm jedoch andererseits eine gewisse Zurückhaltung auf, die für den Werth des Buches nicht günstig sein konnte. Die Kenntniß der älteren Zeiten ging L. fast vollständig ab; große Weitläufigkeit der Darstellung und Schwülstigkeit des Stils werden ihm außerdem zum Vorwurf gemacht; immerhin war diese Geschichte ein für jene Zeit wichtiges Werk und blieb durch die Verwerthung der schwer zugänglichen Quellen – die nur unglücklicherweise nirgends angegeben sind – noch lange die unentbehrliche Grundlage für alle Späteren.

Bernisches Freitagsblättlein von 1734, S. 93 u. ff. – Zurlauben, Tableaux historiques de la Suisse, Tom II p. 112. – Lutz, Nekrolog ber. Schweizer, S. 288. – Walthardt, Description de la ville de Berne, p. 231. – v. Tillier, Berner Geschichte, V. 469 u. ff. – Argovia, Zeitschrift d. histor. Gesellsch. d. Kantons Aargau, XII. S. 56.