ADB:Ledebur, Friedrich Clemens Freiherr von

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Artikel „Ledebur, Friedrich Clemens Freiherr von“ von Franz Heinrich Reusch in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 18 (1883), S. 112–113, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Ledebur,_Friedrich_Clemens_Freiherr_von&oldid=- (Version vom 21. Juli 2019, 16:16 Uhr UTC)
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Ledebur: Friedrich Clemens (Joseph Egon Maria Anton) Freiherr v. L.-Wicheln, Bischof von Paderborn, geb. am 22. October 1770 auf dem Hause Düsse bei Oestinghausen im Kreise Soest, † am 30. August 1841 zu [113] Paderborn. Nach dem frühen Tode seines Vaters kam L. zu seinem Oheim, dem Weihbischof von Wendt zu Hildesheim. Er absolvirte dort das Gymnasium, studirte dann zwei Jahre an der neu errichteten Universität zu Bonn, ein Jahr zu Mainz und ein Semester zu Paderborn, wurde 1795 zum Subdiakon geweiht und trat nun die ihm verliehene Präbende im Domcapitel zu Hildesheim an. Später wurde er Hofmarschall des Fürstbischofs Franz Egon v. Fürstenberg von Hildesheim und Paderborn. Kurz vor der Säcularisation des St. Patrocli-Stifts zu Soest erhielt er die Propstei daselbst. – Während der Verhandlungen der hannoverschen Regierung mit dem römischen Stuhle und nochmals im J. 1824 wurde L. als Coadjutor des Fürstbischofs mit dem Rechte der Nachfolge in Vorschlag gebracht; seine Ernennung scheiterte jedoch an dem Widerspruch des Fürstbischofs. Dieser ernannte ihn aber nach dem Tode seines Generalvicars, des Weihbischofs v. Wendt (21. Jan. 1825) zu dessen Nachfolger, und als der Fürstbischof selbst am 11. August 1825 starb, wurde L. zum apostolischen Vicar für Hildesheim ernannt, aber schon am 10. November 1825 von dem neu organisirten Domcapitel zu Paderborn, dem Wunsche der preußischen Regierung entsprechend, zum Bischof von Paderborn gewählt. Er wurde als solcher am 3. Juli 1826 vom Papste präconisirt, darauf zum Priester geweiht und am 28. October consecrirt. Durch ein Breve vom 22. September 1826 wurde er auch zum apostolischen Vicar der nordischen Missionen ernannt (Mejer, Propaganda, II. 508). Im J. 1828 installirte er als Executor der Bulle Impensa (über die Circumscription der hannoverschen Diöcesen) das Domcapitel zu Hildesheim; er wurde von diesem am 4. Septbr. 1828 als Bischof postulirt, lehnte aber, dem Wunsche Friedrich Wilhelms III. entsprechend, ab. – L. war ein geistig nicht bedeutender, aber frommer, wohlthätiger und friedfertiger Bischof. In der ultramontanen Presse wurde er, namentlich wegen seiner Verordnungen über Conversionen, gemischte Ehen u. dgl., mehrfach angegriffen (Aschaffenburger Kirchenzeitung, 1831, A. B.; 1833, 1194). Seine Zustimmung zu der bekannten Convention über die gemischten Ehen vom Jahre 1834 nahm er unter dem 10. Jan. 1838 zurück (Höninghaus, Kirchenzeitung, 1838, 328). Bei der Huldigung am 15. October 1840 hielt er als ältester Bischof die Ansprache an Friedrich Wilhelm IV. im Namen der katholischen Geistlichkeit.

N. Nekrolog, 1841, Nr. 252. Friedberg, Der Staat und die Bischofswahlen, S. 226. 264.