ADB:Leopold Anton

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Artikel „Firmian, Leopold Anton“ von Franz Valentin Zillner in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 7 (1878), S. 29–30, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Leopold_Anton&oldid=- (Version vom 25. Mai 2019, 04:32 Uhr UTC)
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Firmian: Leopold Anton F., Fürsterzbischof von Salzburg, geb. 27. Mai 1679 zu München, † 22. Oct. 1744, Sohn des Freiherrn Franz Wilhelm F., kaiserl. Gesandten zu München und der M. Victoria Gräfin von Thun, studirte an einem tiroler Jesuitengymnasium, wurde 1694 Domicellar zu Trient und Salzburg, kam aber bald zu weiterer Ausbildung in das Collegium St. Apollinar in Rom, von wo er erst 1709 nach Salzburg zurückkehrte. Im J. 1713 daselbst zum Schneeherrnpropst ernannt, rückte er 1714 zum Domdechant, 1718 zum Bischof von Lavant, 1724 zum Bischof von Seckau (Graz) vor, wurde 1727 zum kaiserl. Geheimrath und Bischof von Laibach, aber noch in demselben Jahre nach wiederholtem Wahlgange am 4. Oct. zum Erzbischof von Salzburg erkoren. Da in früherer Zeit im Salzburgerlande bereits wiederholt lutherische Regungen stattgefunden, auch protestantische Bergleute in Arbeit gestanden und das Bibellesen aufgekommen war, mehrmals der Religion wegen kleinere Ausweisungen verfügt worden waren (z. B. im J. 1685 an 800 Tefferecker) und von einzelnen Ausgewanderten (Martin Lodinger, Joseph Schaitberger) gedruckte Trostbriefe und umfängliche Sendschreiben in beträchtlicher Anzahl in die Heimat gelangten, die Thätigkeit der Seelsorger in Betreff des Religionsunterrichts aber nicht entsprach, so sendete Erzb. Leopold im J. 1728 Jesuiten als Missionäre in das Gebirgsland. Sie erreichten aber den Zweck nicht. Es erfolgten im Gegentheile berathende und gottesdienstliche Versammlungen unter der bäuerlichen Bevölkerung, Verhaftungen und Bestrafungen von Seiten der Pfleger; widersetzliche Reden und Drohungen verriethen die entstandene Gährung, das corpus evangelicorum zu Regensburg nahm sich der Sache an, endlich erließ der Erzbischof mit dem Rathe seines Hofkanzlers Christani von Räll das Emigrationsedict vom 31. Oest. 1731. So wanderten während des Restes dieses Jahres und 1732 in 27 Zügen, soweit die Zahlen verzeichnet sind, 21215 protestantisch Gesinnte aus. Süddeutschland, Ostpreußen (Gumbinnen), Holland und Nordamerika (Colonie Ebenezer in Georgien) waren die Ziele der Auswanderer. Leopold war im übrigen ein sittenstrenger, kränklicher Mann, der während seiner Regierungszeit [30] oft mit Geldverlegenheiten kämpfte und unter welchem auch die Schulden der Stände des Fürstenthums sich der Kriegszeiten wegen namhaft vermehrten.

Hansiz Germ. S. II. J. B. Gaspari res in Luth. gestae.