ADB:Linsing, Karl Christoph von

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Artikel „Linsing, Karl Christoph von“ von Karl Ernst Hermann Krause in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 18 (1883), S. 721–722, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Linsing,_Karl_Christoph_von&oldid=- (Version vom 21. Juli 2019, 07:23 Uhr UTC)
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Linsing: Karl Christoph von L., kurhannoverscher Generallieutenant, † am 6. Mai 1787, war am 13. Juni 1703 zu Berkefeld auf dem Eichsfelde geboren und trat sehr jung in das Regiment Alt-Zastrow als Junker ein, wurde aber erst 1729 Fähnrich. 1738 beim Sturm auf Schloß Steinhorst kam er als Grenadier-Lieutenant mit der dänischen Besatzung ins Handgemenge und erhielt einen Bayonettstich über dem linken Auge. In den Rheinfeldzügen während des österreichischen Erbfolgekrieges nahm er theil an den Schlachten und Gefechten bei Dettingen, Raucour und Laffeld. Bei Beginn des siebenjährigen Krieges führte er als Major ein Bataillon und erwarb sich mit diesem und dem Bataillon von Spörck in der berüchtigten Schlacht bei Hastenbeck die Ehre, unter Führung des Obersten von Breitenbach 4 französische Brigaden vom Berge Offenburg bei Diedersen hinabzuwerfen und 14 Kanonen zu nehmen. Er erhielt dabei einen Streifschuß am Kopfe. 1758 focht er rühmlich unter dem Herzog Ferdinand von Braunschweig bei Crefeld, 1759 im v. Wangenheimschen Corps bei Minden und bei der Einnahme von Münster. 1760 focht er bei Dillenburg und widerstand im Wangenheimschen Corps dem heftigen Andrängen des Marschall Broglio und warf im Winter die Franzosen aus dem Eichsfelde heraus. Als Oberst und Regimentsinhaber focht er 1761 bei Fellinghausen und 1762 an der Fulda, wo die Sachsen mit Sturm aus ihrer verschanzten [722] Stellung geworfen wurden, ebenso im Gefecht bei Nauheim und bei der Brücker Mühle. 1770 wurde er Generalmajor, 1777 Generallieutenant, nach damaliger Weise stets unter Beibehalt seines Regimentes. 1786 trat er aus dem activen Dienste, gab sein Regiment ab und wurde Commandant von Nienburg an der Weser, wo er starb. Er war einer der tapfersten und verdientesten hannoverschen Offiziere. Aus seiner Ehe mit einer von Minnigerode, die er selbst über die Taufe gehalten und am 23. März 1750 heirathete, wurden 10 Kinder geboren, 6 überlebten ihn, davon 4 Söhne im kurhannoverschen Kriegsdienst. Das Geschlecht nennt sich jetzt von Linsingen.

Annalen der Braunschweig-Lüneburgischen Churlande I (1787) S. 183. II, S. 98 ff.