ADB:Müller, Johann Sebastian (sächsischer Historiker)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Müller, Johann Sebastian (sächsischer Historiker)“ von Ernst Wülcker in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 22 (1885), S. 581–582, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:M%C3%BCller,_Johann_Sebastian_(s%C3%A4chsischer_Historiker)&oldid=- (Version vom 19. August 2019, 18:39 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Band 22 (1885), S. 581–582 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand Januar 2019, suchen)
GND-Nummer 11806472X
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|22|581|582|Müller, Johann Sebastian (sächsischer Historiker)|Ernst Wülcker|ADB:Müller, Johann Sebastian (sächsischer Historiker)}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=11806472X}}    

Müller: Joh. Sebastian M., bekannter Localhistoriker, geb. zu Weimar am 12. April 1634, † ebendaselbst am 15. Aug. 1708, besuchte zuerst die Gymnasien zu Weimar und Gotha und bezog 1651 die Universität Jena, wo er sich mit Jurisprudenz und Philosophie befaßte, während ein älterer Bruder daselbst Theologie studirte. Aber die knappen Verhältnisse gestatteten dem Vater, der in Weimar eine Canzlistenstelle versah, nicht zwei Söhne auf der Universität zu erhalten und M. mußte sich entschließen 1653 wieder nach [582] Weimar zurückzukehren, wo er den Vater in seinen Amtsgeschäften unterstützte und 1655 selbst Anstellung in der Canzlei fand. Als Herzog Wilhelm starb und die Söhne desselben vorläufig gemeinsam regierten, blieb M. im gemeinschaftlichen Dienste und erwarb sich durch Geschäftserfahrung und durch seine historischen Kenntnisse die Zuneigung der Herzöge. Als 1672 die Brüder das Land theilten, blieb er in weimarischem Dienste, übernahm daneben aber noch die Stelle eines Canzelisten in der gemeinschaftlichen Canzlei der Brüder, zur Expedirung der Reichs-, Kreis- und andrer gemeinsamer Sachen. 1683 übertrug man ihm das Kammersecretariat und stellte ihn an die Spitze des Archivs. Hier sammelte er das Material für sein großes Werk: „Des kur- und fürstlichen Hauses Sachsen ernestin- und albertinischer Linie Annales von 1400–1700“. Weimar 1700 – ein Buch, welches noch heute dadurch von großem Werthe ist, daß die meisten Notizen und Angaben direct aus zuverlässigen Archivalien geschöpft sind. M. hatte außer in seiner kurzen Studienzeit Weimar nie verlassen: in seinen späteren Jahren wurde er manchmal in Amtsgeschäften verschickt, so z. B. 1690 nach Wien, um mit dem Canzler R. Krause die Lehen für die Ernestinischen Fürsten und die gesammte Hand für die Albertiner in Empfang zu nehmen. Vermählt war M. mit Barbara Zech, die ihm 11 Kinder gebar und 1701 starb. Trotz seine hohen Alters entschloß sich der Wittwer 1707 zu einer zweiten Heirath mit Anna Katharina geb. Fleuter verw. Walther, mit der ihm aber nur 1 Jahr noch zu leben vergönnt war.

Des menschlichen Alters Last bei der Beerdigung des Joh. Seb. Müller gezeiget. Erfurt 1708 (Nekrolog).