ADB:Müller, Otto (Bürgermeister in Riga)

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Artikel „Müller, Otto“ von Nicht angegeben in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 22 (1885), S. 667–668, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:M%C3%BCller,_Otto_(B%C3%BCrgermeister_in_Riga)&oldid=- (Version vom 21. Oktober 2019, 18:02 Uhr UTC)
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Müller: Otto Joachim Hermann M., ausgezeichneter Administrator und Vorkämpfer für die Erhaltung der angestammten Verfassung und der deutschprotestantischen Bildung in den russischen Ostseeprovinzen, wurde im J. 1813 als Sohn eines Landpredigers in Kurland geboren. Früh verwaist erhielt er seine Schulbildung im Riga’schen Gymnasium, das er im J. 1833 mit dem Zeugniß der Reife verließ, um von 1833–1841 in Dorpat Theologie und Philologie, später Jurisprudenz zu studiren. 1842 trat M. in den Riga’schen Communaldienst, dem er bis zu seinem am 13./25. Juli 1867 erfolgten Tode angehörte und um welchen er sich seit dem Jahre 1844 als Secretär und Geschäftsführer des Stadtkassacollegiums, seit 1854 als Rathsherr und seit 1856 als Bürgermeister außerordentliche Verdienste erworben hat. Gleich ausgezeichnet als Verwaltungsbeamter und Jurist war M. einer der Begründer des 1861 errichteten baltischen Polytechnikums, Vorsitzender der Commission zur Umgestaltung und Reform der Stadtverfassung, seit dem Jahre 1852 ständiger Vertreter der Stadt Riga auf dem livländischen Landtage und während der Jahre 1861 bis 1863 zugleich Mitglied des evangelisch-lutherischen Generalconsistoriums zu St. Petersburg, in welcher Eigenschaft er die bevorrechtete Stellung der evangelischen Landeskirchen Liv-, Esth- und Kurlands in erfolgreicher Weise zur Geltung zu bringen wußte. – Auf den Gang der politischen Bildung und Entwickelung der baltischen Provinzen Rußland ist M. von großem und nachhaltigem Einfluß gewesen. Noch vor Beendigung seiner Universitätsstudien ließ er 1841 bei O. Wigand in Leipzig die anonyme Schrift „Die livländischen Landesprivilegien [668] und deren Confirmation“ erscheinen, welche das Programm seiner gesammten späteren Thätigkeit enthielt und die Politik vorzeichnete, welche seit Ausgang der fünfziger Jahre von der deutsch-patriotischen Partei in den Ostseeprovinzen befolgt worden ist: Beharren auf dem privilegienmäßig bestehenden Rechtsboden – Ausgleichung der zwischen den verschiedenen Ständen und Provinzen des Ostseegebiets bestehenden Gegensätze, – Entwickelung im Sinne der Zeitbedürfnisse, bei möglichster Wahrung der rechtlichen und geschichtlichen Continuität. M. gehörte seiner Zeit zu den einflußreichsten und geachtetsten Führern der deutschen Partei seiner Heimath und war in gleicher Weise Vertrauensmann des baltischen Bürgerthums und der Ritterschaften.