ADB:Makó de Kerek Gede, Paul

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Artikel „Makó de Kerek Gede, Paul“ von Moritz Cantor in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 20 (1884), S. 125, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Mak%C3%B3_de_Kerek_Gede,_Paul&oldid=- (Version vom 9. Dezember 2019, 07:27 Uhr UTC)
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Makó de Kerek Gede: Paul M., Mathematiker, Physiker, Philosoph, geb. 18. Juli 1724 zu Jaszapathi in Jazygien in Ungarn (doch werden auch 9. Juli 1723, 17. Juli 1724 als dessen Geburtstag genannt), † 19. August 1793 zu Ofen. Ein gelehrter Jesuit aus ungarischem Adelsgeschlechte gehört er der deutschen Wissenschaft insofern an, als er in Wien als Lehrer der Mathematik, Experimentalphysik und Mechanik an der Theresianischen Akademie wirkte, die beiden ersten Fächer lateinisch, die letztere deutsch vortragend. Er war es, der durch seine „Calculi differentialis et integralis institutio“, 1768, durch seine Schrift „De arithmeticis et geometricis aequationum resolutionibus“, 1770, durch mündlichen leicht faßlichen Vortrag in Wien Geschmack für die dort kaum dem Namen nach bekannten Theile der höheren Mathematik erweckte. Sein Heimathland Ungarn, wohin er nach Aufhebung des Jesuitenordens als Weltpriester zurückkehrte und wo er Director der philosophischen Facultät an der von Tyrnau nach Pest-Ofen verlegten Universität war, ehrt ihn als einen der Männer, die sich um die Aufnahme der Wissenschaften überhaupt in Ungarn die wesentlichsten Verdienste erworben. Sein Sprachtalent wird ganz besonders gerühmt. Er beherrschte die deutsche, französische, italienische, lateinische Sprache gleich seiner Muttersprache und war auch des Griechischen und Hebräischen durchaus mächtig. Seine lateinischen Elegien wurden in den schweizerischen Schulen bei dem Sprachunterrichte benutzt. In theologischen und philosophischen Fragen kämpfte er für neue Ideen und gegen alle Vorurtheile, von denen er selbst frei war.

Wurzbach, Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich, Bd. XVI, 321–323.