ADB:Marche, Christian Gottlieb

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Artikel „Marche, Christian Gottlieb“ von Jakob Franck in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 20 (1884), S. 299–300, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Marche,_Christian_Gottlieb&oldid=- (Version vom 25. August 2019, 16:36 Uhr UTC)
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Marche: Christian Gottlieb M., Buchhändler zu Görlitz. Er war ein Sohn des Pastors Secundarius Gottfried M. zu Bautzen, dem er den 18. November 1694 zu Jänkendorf, wo er damals als Pfarrer stand, geboren ward. Nachdem er seine Vorstudien auf dem Bautzener Gymnasium beendigt hatte, besuchte er die Universität Leipzig, wo er sich besonders der Theologie widmete, auch 1717 daselbst das Magisterium der Philosophie erlangte. Nach Vollendung seiner akademischen Studien wurde er Hofmeister bei den Söhnen des Geheimen Raths von Gersdorf zu Dresden, eines Sohnes der Freifrau Charlotta Justina von G., der Mutter von Nikolaus Graf von Zinzendorf. Da er sich in dieser Bestallung nicht blos zu Dresden, sondern auch zu Großhennersdorf, einer Besitzung der Zinzendorfischen Familie, aufzuhalten hatte, so wollte es der Zufall, daß an dem letzteren Orte die ersten Anbauer von Herrnhut als mährische Emigranten erschienen und um Aufnahme baten. Die gräfliche Familie schickte nun diese Auswanderer in Begleitung des M. nach Bertholsdorf, und an die Stelle gelangt, wo jetzt Herrnhut steht, überredete er sie, sich hier anzubauen. Aus diesem Umstande nahm später Graf Zinzendorf Veranlassung, M. den Stifter von Herrnhut zu nennen. Nachdem der älteste [300] seiner Zöglinge gestorben und der jüngere 1730 die Universität bezogen hatte, nahm M. selbst seinen Aufenthalt zu Herrnhut und wurde daselbst[WS 1] Bibliothekar. Da er aber auch einen Buchhandel betreiben wollte, so schien es ihm gerathener dieses lieber in einer größeren Stadt zu thun. Zu diesem Zwecke ließ er sich in Görlitz nieder, errichtete auch zugleich eine Filiale zu Leipzig, ohne jedoch die Verbindung mit der Brüdergemeinde ganz aufzugeben. Er knüpfte vielmehr dieselbe seit 1744 noch enger, erwarb sich 1750 ein Haus in Herrnhut und zog 1763 ganz dahin. Hier starb er auch den 21. Octbr. 1768. Als Verleger sowohl wie als Schriftsteller hat er sich durch die Veröffentlichung manches guten Buches nicht unerhebliche Verdienste erworben, Unter seinen Verlagswerken stand u. a. zu seiner Zeit in großem Ansehen sein griechisches Testament: „ἡ καινὴ διαθήκη. Novum Testamentum graecum“ … Lipsiae et Goerlicii in bibliopola marchiana, 1744. 8°. Als Schriftsteller gab er heraus: „Zeugniß der Wahrheit der Gemeinde zu Herrenhut“, 1730. 8°, hatte auch großen Antheil an der „Moralisten-Bibliothek“, Görlitz 1737, wie er auch (Görlitz 1731) „Betrachtungen über einige Kernsprüche aus den Psalmen Davids“ edirte, welche J. L. Mosheim mit einer Vorrede begleitete.

Cranz, Brüder-Historie S. 117 ff. Otto, Oberlausitzisches Schriftsteller-Lexikon II, 535–536. Baumgarten, Nachrichten von merkwürdigen Büchern II, 45.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: daselst