ADB:Meil, Johann Heinrich

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Meil, Johann Heinrich“ von Lionel von Donop in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 21 (1885), S. 216, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Meil,_Johann_Heinrich&oldid=- (Version vom 19. Juni 2019, 13:12 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Band 21 (1885), S. 216 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand Januar 2019, suchen)
GND-Nummer 136779859
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|21|216|216|Meil, Johann Heinrich|Lionel von Donop|ADB:Meil, Johann Heinrich}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=136779859}}    

Meil: Johann Heinrich M., Kupferstecher, Medailleur und Maler, geb. am 29. August 1729 in Gotha, Sohn des Hofbildhauers Johann Christoph M. in Altenburg und älterer Bruder von Johann Wilhelm M. In frühen Jahren seines Vaters beraubt brachte ihn der Stiefvater Johann Jeremias Martini nach Baireuth, wo er aus eigenem Antriebe nach Stichen und Gypsabgüssen zeichnete und modellirte. Behufs seiner wissenschaftlichen und künstlerischen Ausbildung begab er sich 1747 nach Leipzig, malte dort Miniatur- und Pastellporträts, gab Unterricht im Zeichnen und radirte eine namhafte Anzahl von Gemmen aus der Sammlung des Professors Christ daselbst. Im J. 1774 nach Berlin berufen, war er vornehmlich als Kupferstecher und Medailleur thätig. Erwähnenswerth sind zwei Medaillen auf die Ankunft des russischen Großfürsten zu Berlin und auf dessen Vermählung mit der Prinzessin von Württemberg im J. 1777. – In seinen Oelgemälden mit mythologischen und allegorischen Darstellungen das künstlerische Durchschnittsmaaß seiner Zeit nicht überragend, fand er den Schwerpunkt seines Talentes in der Radirung, die er annähernd im Sinne von Chodowiecki’s Kunst mit Erfolg handhabte. Sein umfangreiches Werk enthält Titelvignetten und Almanachkupfer, 112 Blätter zu Gellert’s Fabeln, Copien nach Chodowiecki zu Lafontaine’s Fabeln, Blätter zu Bürger’s Gedichten und zum Seiler’schen Bibelwerk, Satiren auf die französische Revolution, Geschichtsscenen, Völkertrachten etc. Seit 1798 Senatsmitglied der Akademie der Künste wurde M. zuletzt Rector der Anstalt und starb als solcher zu Berlin im J. 1803.

Vgl. Miscellaneen artistischen Inhalts, herausgegeben von Joh. Georg Meusel, 2. Heft, Erfurt 1779, S. 1–10. – Nagler’s Künstlerlexikon.