ADB:Mermann von Schönburg, Thomas

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Mermann von Schönburg zu Aufhofen, Thomas“ von Felix Stieve in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 21 (1885), S. 447–448, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Mermann_von_Sch%C3%B6nburg,_Thomas&oldid=- (Version vom 18. Oktober 2019, 14:05 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Merlo Horstius, Jacob
Band 21 (1885), S. 447–448 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand Juli 2015, suchen)
GND-Nummer 128840366
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|21|447|448|Mermann von Schönburg zu Aufhofen, Thomas|Felix Stieve|ADB:Mermann von Schönburg, Thomas}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=128840366}}    

Mermann Thomas M. von Schönburg zu Aufhofen. Geb. 1547 zu Köln, † am 25. December 1612. In der Vaterstadt, zu Innsbruck und zu Augsburg vorgebildet, studirte er zu Pisa Philosophie, über welche er dort bald, erst 21 Jahre alt, mit solchem Erfolge Vorlesungen hielt, daß ihn Herzog Cosimo von Florenz zum Verkehr heranzog. Dann studirte er Medicin und errang in derselben die Doctorwürde. Auch in diesem Fache erwies er sich rasch so tüchtig, daß ihn Bischof Martin von Eichstädt als Leibarzt bestellte. Aus dessen Diensten kam er 1580, durch Herzog Wilhelm V. berufen, in gleicher Eigenschaft an den Münchener Hof, wo er, 1606 zum ersten Leibarzte vorrückend und im Gehalte von 400 auf 750 Gulden steigend, bis an sein Ende blieb. Man pries ihn als Baierns Galen, als einen der ersten Aerzte seiner Zeit, und noch zwei Menschenalter nach seinem Tode fand man von ihm verfaßte ärztliche Gutachten der Veröffentlichung in hohem Maße würdig. Zugleich war er humanistisch fein gebildet und stand mit Justus Lipsius in Beziehungen. Er soll selbst ein „Carmen ad W. T. de Hutten de obitu episcopi Herbipolensis Friderici“ zu Ingolstadt veröffentlicht haben. Durch sein Wohlwollen, seine Aufopferung, Selbstlosigkeit und Frömmigkeit gewann er allgemeine Achtung. Bei den baierischen Fürsten stand er in außerordentlicher Gunst, sie zogen ihn auch in Staatsangelegenheiten zu Rathe und ließen sich von ihm Briefe an Päpste, Cardinäle und Fürsten – vermuthlich solche, die gewandten lateinischen Stil erforderten – aufsetzen. Von Maximilian I. berichtet ein Zeitgenosse im J. 1601, daß M. großen Einfluß bei ihm besitze und vielleicht der vertrauteste seiner vertrauten Räthe sei. Den Rathstitel erhielt er 1584. 1585 verlieh ihm Herzog Wilhelm das Schloß Schönberg mit Zugehör als Mannslehen, 1586 adelte ihn Rudolf II., 1605 kaufte er die Hofmark Aufhofen. Als er Maximilian 1593 nach Rom begleitete, ehrte ihn Clemens VIII. durch eine goldene Kette. Kaiser Rudolf II. bot ihm die Stelle eines Leibarztes vergeblich an.

Justa Tho. Mermanno … Ab Amicis … facta. [München 1613] mit trefflichem Bildniß; Parentalia Thomae Mermanno u. s. w. Ingolstadt [448] 1613; Fr. Ign. Thiermair, Thomae Mermanni … Consultationes ac responsiones medicae u. s. w. Ingolstadt 1675 mit Bildniß; Fr. Jos. Grienwaldt, Album Bavariae iatricae, 1733. Burmann, Sylloge epistolarum Justi Lipsii II, 79; Bericht des hist. Vereins in Bamberg 34, 168; Prantl, Geschichte der Ludwig-Maximilian’s-Universität I, 360; Archivalien.