ADB:Momper, Joos de

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Artikel „Momper, Joos de“ von Wilhelm Schmidt (Kunsthistoriker) in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 22 (1885), S. 159–160, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Momper,_Joos_de&oldid=- (Version vom 17. Juni 2019, 01:06 Uhr UTC)
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Momper: Joos (Jodocus) de M., Landschaftsmaler, Sohn und wahrscheinlich Schüler des Bartholomäus de Momper, Malers und Bilderhändlers [160] in Antwerpen, geb. 1564, kam 1581 in die St. Lucasgilde, als gerade sein Vater Vorstand derselben war. Den 4. Sept. 1590 verheirathete er sich mit Elisabeth Gobyn. Als Schüler empfing er Hans de Cock 1591. Frans van der Borcht, und Loys Sollery 1594, Peer Poppe 1599. Im J. 1610 war er neben Theod. Galle zweiter Decan der St. Lucasgilde, im folgenden Jahre erster. Gegen Ende December 1622 starb seine Frau. Er selbst verschied zwischen dem 2. November 1634 und dem 9. März 1635 zu Antwerpen. Zu Rom in der Schilderbent hatte er den Beinamen Eervrucht erhalten. Van Dyck radirte sein Bildniß, ein energischer Kopf von magern Zügen, bereits in sehr vorgerückten Jahren; L. Vorsterman beendigte diese Radirung mit dem Grabstichel. Ein anderes Porträt erschien im Verlage des H. Hondius, von S. Frisius gestochen. De M. ist auf dem Vorsterman’schen Stiche als pictor montium, Bergmaler, bezeichnet. In der That liebte er gebirgige Gegenden, Felsen zu schildern; im Grunde brachte er gern das Meer an. Er nahm seine Landschaften von weitem Gesichtskreis, seine Malerei ist kühn, etwas manierirt, die Zeichnung ziemlich flüchtig. Der Zeit- und Schulgenosse eines Jan Brueghel ist unverkennbar, aber wie dieser zart war, so er verwegen, öfter bizarr. De Momper’s Landschaften sind häufig; man findet sie in Dresden, Berlin, Amsterdam etc., besonders viel in Madrid. Die Staffage verstand Jodocus sehr gut zu behandeln, ließ sich aber trotzdem von Andern, wie Jan Brueghel und Frans Francken, die Figuren malen. Man schreibt ihm auch eine Radirung zu.